Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2000
Das Buch weckt den Wunsch nach mehr. Das ist, glauben wir Georg Kreis, ein untrügliches Zeichen für Güte. In diesem Fall ist sie zurückzuführen auf die Ausweitung der Perspektive, betreffend den Kunstraub der Nationalsozialisten. Die Autorin, so Kreis, beziehe erstmals auch den räuberischen Umgang des Regimes mit Büchern, Archivalien, volkskundlichen Objekten und anderen Kulturgütern, "die in politisch-ideologischer Hinsicht wichtiger waren als das klassische `Kunstwerk`" mit ein. Ferner umfasse ihr Forschungsfeld nicht nur Westeuropa, sondern auch die Sowjetunion. Dabei gelingt es der Studie, schreibt Kreis, die verschiedenen Voraussetzungen des Kulturraubs hier wie dort und das rivalisierende Verhalten der verschiedenen am Plünderungsvorgang beteiligten Institutionen aufzuzeigen. Die Autorin gebe "klare Antworten" zu einem komplexen Thema und beschreite gar Neuland, wenn sie "die konkrete Raubpraxis nachvollziehbar mit den dahinter stehenden Ideologien in Verbindung bringt".
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