Herausgegeben von Thomas Fuchs, Andreas Kruse und Grit Schwarzkopf. Die Bilder vom Menschen am Lebensende weisen eine große Spannweite auf. Nicht alle sind anziehend, vieles stößt ab. Und oft scheint der sterbende Mensch seine Würde zu verlieren. Erkennen wir jedoch, daß auch das Sterben ein menschliches Maß hat, so kann die Würde des Menschen am Lebensende neu hervortreten. Vierzehn Beiträge aus acht verschiedenen Wissenschaften erkunden Menschenbild und Menschenwürde am Lebensende. Sie dokumentieren den internationalen Kongress, der vom Interdisziplinären Forum für Biomedizin und Kulturwissenschaft (IFBK) vom 8. bis 10. Mai 2008 an der Universität Heidelberg durchgeführt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2011
Mit Gewinn hat Rezensent Michael Pawlik diesen Sammelband gelesen, der ihm viele neue Erkenntnisse zum oft beschworenen, aber selten definierten "Sterben in Würde" brachte. Zum einen lernt Pawlik, dass zumindest in der Literatur erst mit Gottfried Benn das Bild vom Tod als letzter erhebender Leistung ("Es ist vollbracht") ein Ende nahm, fortan wurde "beiläufig, unfeierlich und würdelos" gestorben. Aber auch dass die "Würde des Sterbenden" quasi autosuggestiv über die Bedeutungslosigkeit des eigenen Todes hinwegzuhelfen. Und dass die ebenso oft beschworene Selbstbestimmung des Sterbenden mit einer sozialen Isolation einhergeht.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…