Woher kommen die Geräusche der Welt, der Natur, der Tiere, des Menschen und woher kommt die Musik? Michel Serres unternimmt drei musikalische Reisen. Auf der ersten - legendenhaften - begleitet er Orpheus, der von den Orakeln lernt, zu hören und zu verstehen, wie die neun Musen aus den Grundgeräuschen der Welt eine Sprache machen. In der zweiten - persönlichen - zieht Serres seine eigenen Spuren nach, und knüpft einen biografischen Faden anhand von musikalischen Ereignissen, die ihm selbst widerfahren sind. Und schließlich kommt er in der dritten - heiligen - Reise zur Entstehung des biblischen Wortes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
Lorenz Jäger bespricht in einer Doppelkritik zwei musikalische Reflexionen französischer Denker, Michel Serres Bändchen "Musik" und Vladimir Jankélévitchs "Satie und der Morgen". Serres ist für ihn der Schwärmer unter beiden. Den Essay liest er als "unendlich assoziativen Hymnus auf das Klingen selbst". Es geht um ein besonderes französisches Thema der Musikbetrachtung, den Übergang von Musik zu Sprache, von Natur zu Kultur, so Jäger. Serres schweife dabei von Orpheus zu Marie, die Serres als Sängerin feiere, und zu den unvermeidlichen Vöglein im Walde. Entzückt legt Jäger das Bändchen zur Seite.
Wenn der französische Theoretiker Michel Serres ein kulturhistorisches Buch über Musik verfasst, werden nur die ganz großen Register gezogen, lässt sich Tim Caspar Boehmes Besprechung entnehmen. Dankenswerterweise nimmt einen der Kritiker an die Hand und referiert Serres' Punkte detailliert und verständlich: Kenntlich werden Musik und Sprache bei Serres demnach mit ihrem Auftreten als initiale Maßnahmen zur Strukturierung einer bis dahin verwirrenden Welt. Sie stehen demnach für den Ursprung von Wissen und allem, was Wissen hervorbringt. Wobei sich Sprache und Musik irgendwann entzweien: Wo Sprache - und damit auch die Arbeit des Philosophen - defizitär bleibt, umfasse Musik die ganze Welt,ja bringe diese überhaupt erst hervor. Weshalb das Buch spätestens dann "ernsthaft religiös" ausfalle, wenn Serres die Musik als großen Erlöser von dem Bösen anruft.
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