Gesichtstransplantationen der Körper des modernen Menschen ist ein Spielplatz seines Willens. Wir tunen, verändern und optimieren unseren Leib fast nach Belieben. Damit beginnt, unbemerkt, ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte. Alle Zeiten zuvor verstanden den Leib als natürliche und unverfügbare Grenze, als Willensbremse des Individuums. Die französische Philosophin Michela Marzano rekonstruiert den grundlegenden Wandel des Körperverständnisses im Lauf der Jahrhunderte. Plastisch erklärt sie die wichtigsten Körpertheorien von Platon bis Nietzsche. Vor diesem historischen Panorama wird unser neues Körperbewusstsein in seinen Ausmaßen überhaupt erst verständlich.
Konservativ findet Christof Forderer Michela Marzanos Buch, das unter anderem mit einer Philosophiegeschichte des Körpers aufwartet, insofern, als die Autorin darin den Körper nicht als Chance zur Entgrenzung, sondern eher als Hindernis betrachtet. Indem sie phänomenologisch ansetzend Körperpraktiken und -theorien als insuffizient ausweist, der Ambiguität des Körpers als Subjekt und Objekt gerecht zu werden, zeigt sie laut Forderer das Fortleben der Körper-Seele-Philosophie. Den Stil des Buches findet der Rezensent eingängig.
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