In diesem Band von Tierstudien geht es um die verschiedenen Ebenen der vergeschlechtlichten Beziehung von Menschen zu anderen Tieren, aber auch anderer Tiere untereinander. Die Autor*innen untersuchen, inwieweit sich Konzepte der Gender-Theorie eignen, um die Performativität von Geschlecht in tierlichen und tierbezogenen Praktiken, die diese als männliche und weibliche Aktivitäten darstellen, herauszuarbeiten. Ein Aspekt, der befragt wird, ist, inwiefern Tiere nicht nur ein Geschlecht, sondern auch gender haben, das in diesen Praktiken ebenfalls hergestellt wird.Geschlecht im Sinne von sex bestimmt häufig darüber, welchen Tieren Menschen erlauben, sich fortzupflanzen. Das ganze Feld der Tierzucht basiert auf der vergeschlechtlichten Zuchtwahl: Haustiere werden kastriert oder sterilisiert, mit Hormonvergabe wird die Fortpflanzungsfähigkeit von Nutztieren gefördert, Verhütungsmittel werden in Taubenfutter gemischt und männliche Küken geschreddert.Gender hingegen bestimmt den sozialen Ort von Gruppen und Individuen - und dazu gehören auch Tiere. Zwar handelt es sich nicht selten um Projektionen menschlicher Vorstellungen auf die Tierwelt, doch nimmt man kulturelle Ko-Produktion und Ko-Evolution ernst, muss angenommen werden, dass diese Projektionen zu Praktiken geführt haben, die sich in die Körper und die Kultur der Tiere eingeschrieben haben.
Der von Jessica Ullrich und Mieke Roscher herausgegebene Band über das Verhältnis von Tieren und Geschlecht beinhaltet vielfältige Texte zum Thema, so Rezensentin Katharina Granzin. In den meisten gehe es dabei darum, dass Menschen Tiere anhand ihrer "Genderzuschreibungen" einordnen, lesen wir. Außerdem erfährt die Kritikerin vom "Säugetier-Vorurteil": In der Natur seien Weibchen oftmals größer als Männchen, zum Beispiel in der Falknerei, nur eben bei Säugetieren nicht, staunt Granzin. Am interessantesten seien historische Beiträge, zum Beispiel über Frauen, die durch gemeinsame Porträts mit Hunden ihre Unabhängigkeit unterstrichen. Leider sei ein Mindestmaß an "zumutbarer Lesbarkeit", also stilistischer Qualität, nicht bei allen Texten vorhanden, moniert die Kritikerin. Aber der Großteil der Texte bietet einen spannenden Einblick in das Verhältnis Tier-Geschlecht-Mensch, schließt Granzin.
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