Aus dem Englischen von Ursula Pesch, Karlheinz Dürr und Karsten Petersen. Die islamistische Sekte Boko Haram, die 2014 durch die Entführung von über 200 christlichen Schülerinnen Schlagzeilen machte, kontrolliert in Nigeria und Kamerun ein riesiges "Kalifat", dem bereits Tausende Christen und Muslime zum Opfer gefallen sind. Der amerikanische Journalist Mike Smith hat die Gruppierung mehr als drei Jahre lang in Nigeria beobachtet und lässt den Leser durch zahlreiche Augenzeugenberichte hautnah erleben, was dort vor sich geht. Er erklärt, was Boko Haram (wörtlich: "Bildung verboten") für junge Afrikaner so attraktiv macht, wie die Gruppierung entstanden ist, welche Beziehungen zu al-Qaida bestehen und warum die größte Volkswirtschaft Afrikas dem Terror so hilflos gegenübersteht.
Eine kluge und äußerst informative Analyse über den Aufstieg der nigerianischen Boko-Haram-Terroristen hat Rezensent Andreas Eckert mit dem neuen Buch des Journalisten Mike Smith gelesen. Der Kritiker liest nach, dass sowohl das Versagen der politischen Führung in Nigeria und der desolate Zustand der Armee als auch die Tradition der Dschihadbewegungen und die Kolonialpolitik zum Aufstieg beigetragen hätten und es wenig Hoffnung gebe, dass man das Problem in naher Zukunft lösen könne. Darüber hinaus erfährt Eckert hier, dass viele Menschen im Norden Nigerias den Glauben an die Demokratie längst aufgegeben hätten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2015
Jochen Stahnke hätte sich mehr Tiefe gewünscht, was die Betrachtung der Einflussnahme wahhabitischer Verbände aus Saudi-Arabien auf die Gesellschaften in der Sahelzone angeht. Das Buch des Journalisten Mike Smith über Boko Haram und die Denkweise seiner Anführer, über gesellschaftliche und historische Kontexte der nigerianischen Terrorbewegung liest er dennoch mit Gewinn. So lernt er, was die Menschen in die Arme des Terrors treibt, und inwiefern die Anfänge des Islams in Nigeria für seine Entstehung bedeutsam sind.
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