Mit Fotografien von Andy Spyra. Im April 2014 überfiel ein Kommando der Terrororganisation Boko Haram das Dorf Chibok im Nordosten Nigerias und entführte 276 Schülerinnen aus dem örtlichen Internat. Ein Aufschrei ging um die Welt. Unter dem Hashtag "Bring Back Our Girls" verliehen Persönlichkeiten wie Michelle Obama und die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai ihrem Entsetzen Ausdruck.
Das Schicksal der Schülerinnen aus Chibok ist kein Einzelfall. Bis heute befinden sich Tausende Frauen in den Händen der Islamisten. Im Juli 2015 reiste der Zeit-Reporter Wolfgang Bauer nach Nigeria, um mit Mädchen zu sprechen, denen die Flucht gelungen ist. Sie berichten von ihrem Leben vor ihrer Entführung, von ihren grausamen Erfahrungen während der Gefangenschaft und von ihren Träumen für eine bessere Zukunft.
Die Erzählungen der Frauen bieten exklusive Einblicke in das Innenleben der Organisation und zeichnen ein detailliertes Bild des Schreckensregimes von Boko Haram. Zugleich beleuchtet das Buch die historischen und politischen Hintergründe des Terrors und zeigt, wie er das ethnische und kulturelle Gleichgewicht in einer der vielfältigsten Regionen der Welt zerstört. Vor allem aber gibt es den Mädchen ihre Stimme zurück.
Ebenso bewegt wie beeindruckt hat Rezensentin Annika Glunz Wolfgang Bauers Buch über "Die geraubten Mädchen" von Boko Haram gelesen. In den fünfzehn Interviews, die der Autor mit ehemaligen geflohenen Gefangenen führte, erfährt die Kritikerin nicht nur von den grausamen Schicksalen der Mädchen, die entführt wurden und zwangsverheiratet oder zu Selbstmordattentäterinnen ausgebildet werden sollten, sondern liest dank Bauers Einschüben auch interessante Hintergrundinformationen über die Entstehung der Sekte in Nigeria und den Anrainerstaaten. Vor allem aber bewundert die Rezensentin wie "ruhig" die traumatisierten jungen Frauen von ihren Erfahrungen berichten, aber auch wie hoffnungsvoll sie ihre Zukunftsträume schildern. Ein respektvolles Buch ganz ohne Sentimentalitäten, das den westlichen Blickwinkel weitet, lobt Glunz.
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