Mikhail Zygar

Die Zukunft, die nie kam

Wie der Zerfall der Sowjetunion bis heute nachwirkt
Cover: Die Zukunft, die nie kam
Aufbau Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783351041946
Gebunden, 829 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Norbert Juraschitz. Wer hat den Kalten Krieg gewonnen? Auf diese Frage gibt der in Russland geborene Journalist Mikhail Zygar eine überraschende Antwort: niemand. In seiner ebenso zeitgemäßen wie fesselnden neuen Deutung der russischen Geschichte legt er ein Panorama aus persönlichen Erinnerungen, Archivrecherchen und Hunderten exklusiven Gesprächen mit Zeitzeugen vor - von Gorbatschow über Dissidenten wie Sacharow und Solschenizyn bis zu den ersten Präsidenten der unabhängigen Republiken. Zygar zeigt, warum die Sowjetunion nicht einfach verschwand, der Kalte Krieg nie wirklich endete und wie imperiale Mythen und nationalistische Ideen der Sowjetzeit heute im Krieg gegen die Ukraine fortwirken. Vor allem legt er offen, wie diese Ideologien das heutige autoritäre System vorbereiteten. Ein mutiges, brillant erzähltes Buch über Widerstand und Zynismus, über Macht und den Kampf um Freiheit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.06.2026

Rezensentin Cathrin Kahlweit liest Mikhail Zygars "Geschichte von unten" über den Untergang der UdSSR und stellt fest, dass es sich auch über ein Buch über Russlands Zukunft handelt. Passioniert und deskriptiv erzählt der Autor laut Kahlweit anhand von eingehenden Gesprächen und Recherchen die Geschichte der zweiten Hälfte der Sowjetunion und lässt dabei Dissidenten, Geheimdienstler, Putschisten, Dichter und Rockmusiker gleichermaßen auftreten. Putin hat allerdings nur einige kurze Auftritte, stellt Kahlweit fest. Die Lektüre findet sie anstrengend, wenn der Autor zu anekdotisch von Begegnungen mit Jelzin oder Gorbi berichtet, aber öfter noch bewegend. Die ganze Dynamik der Geschichte seit Gorbatschow wird für sie im Buch des Journalisten anschaulich. Zygars These, die beschrieben Ära sei nie richtig aufgearbeitet worden, weshalb Kriegswahn, Imperialismus und Hypernationalismus florieren, stimmt Kahlweit nachdenklich.

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