Drei Schwestern treffen sich in der Wohnung der Mutter. Die zielstrebige Mercedes ist 48, die flatterhafte Mira ist 32, und Matea, die noch zuhause lebt, ist 16. Ihre Mutter Mone hat sich das Leben genommen und nur wenig hinterlassen: alten Schmuck, die Katze Muriel und einen Brief. Als drei Kinder aus drei Generationen sind sie mit der gleichen Frau aufgewachsen, aber nicht gemeinsam. Wer war Mone für jede einzelne von ihnen? Und was teilen die drei, wenn schon keine Erinnerungen? Matea, verschlossen und in sich gekehrt, muss sich bei ihrer ältesten Schwester in Berlin einleben und verbringt ihre Tage online. Mercedes vergisst manchmal, dass plötzlich ein Teenager bei ihr wohnt, und Mira fühlt sich, wie immer, überflüssig.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.08.2022
Rezensentin Ursula März wird nicht ganz glücklich mit Miku Sophie Kühmels zweitem Roman, wenngleich die Kritikerin ihn zu den "originelleren" Familienromanen zählt. Die Konstellation - drei Schwestern räumen das Haus der Mutter nach deren Suizid - scheint März vertraut, die Annäherung der Schwestern, die verschiedene Väter haben und jeweils 16 Jahre auseinanderliegen, gelingt Kühmele souverän, lobt die Rezensentin. Aus den jeweiligen Perspektiven der drei Ich-Erzählerinnen erfährt sie von ganz unterschiedlichen Schicksalen: Während Mercedes, die älteste, die DDR noch erlebte, hat sich Matea, die jüngste, in ein digitales "Ersatzzuhause" zurückgezogen, resümiert März. Leider bleibt die labile Mutter blass, die drei Väter fremd - und überhaupt gerät der Kritikerin der Roman insgesamt zu arg choreografiert.
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