Beiträge von Dalia A. Perez, Sara M. Farias, Daisy R.Castillo. Rum, Havannas und jede Menge schöner Frauen - das ist das gängige Klischee für das Leben auf Kuba. Wie aber ergeht es Frauen und Männern auf der Karibikinsel wirklich? Was bedeutet der Sextourismus für ihre Beziehungen? Wie gewalttätig sind kubanische Männer, wie wehren sich die Frauen? Wie leben schwarze Frauen 45 Jahre nach dem offiziellen Verbot rassistischer Diskriminierung? Wie geht es Lesben und Schwulen? Die Autorinnen beschreiben, mit welchen Mitteln Fidel Castros Regierung seit dem Untergang der Sowjetunion versucht, wenigstens einige der Errungenschaften der Revolution zu sichern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.11.2004
Überzeugt zeigt sich Rezensentin Nino Ketschagmadse von diesem von Miriam Lang herausgegebenen Sammelband über Geschlechterbeziehungen auf Kuba, der sich mit Themen wie Gewalt gegen Frauen, schwarze Frauen und Rassismus, Prostitution als boomender Wirtschaftsbereich oder Männlichkeitsbilder auf der Insel befasst. "Höchst interessant" findet Ketschagmadse, wie die Autoren - einheimische Journalisten, Historiker oder Psychologen - anhand zahlreicher historischer und zeitgenössischer Beispiele die Entwicklung einer Gesellschaft nachzeichnen, nach Ursachen forschen, Widersprüche erklären sowie Strategien der Bevölkerung aufzeigen, die sie im Alltag mit Bestimmungen von Oben entwickelt hat. Neben Dalia Acosta Perez' Beitrag über Homosexualität und Homophobie auf der Insel hebt die Rezensentin ein Gespräch mit dem Historiker Julio Cesar Gonzalez Pages hervor, der von Miriam Lang zu Männlichkeiten befragt werde. Ferner erwähnt sie einen Beitrag der Journalistin Sara Mas Farias über Prostitution auf Kuba, die nicht nur als eine "wichtige Überlebensstrategie" gesehen werde, sondern auch als Möglichkeit, den Traum von einer Ehe mit einem/er Ausländer/in zu verwirklichen. Ketschagmadse kann den Band nicht nur dem Fachpublikum empfehlen, sondern auch allen anderen Lesern, die sich für das Leben auf der Insel interessieren.
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