Miriam Meckel

Brief an mein Leben

Erfahrungen mit einem Burnout
Cover: Brief an mein Leben
Rowohlt Verlag, Reinbek 2010
ISBN 9783498045166
Gebunden, 224 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Eine erfolgreiche Frau klappt zusammen. Der Kommunikationsexpertin, die Vorträge hält, Unternehmen berät und deren Meinung bei den führenden Medien gefragt ist, passiert genau das, wovor Miriam Meckel selbst immer gewarnt hat. Während sie wieder mal eine Flut geschäftlicher und privater E-Mails beantwortet und nebenher den Koffer packt, was braucht sie, um auf der Konferenz zu reden, zu joggen und mit Freunden zu feiern?, zieht ihr Körper die Notbremse. Nichts geht mehr. Die Diagnose, Burnout. In einer Klinik im Allgäu beginnt sie, einen 'Brief an mein Leben' zu schreiben. Darin setzt sie sich tastend und suchend damit auseinander, wovon sie sich so lange mit Arbeit und Aktionismus abgelenkt hat. Präzise analysiert sie ihre Gefühle, stößt auf alte Wunden und macht deutlich, was geschieht, wenn wir ständig unterwegs sind und permanent kommunizieren, aber nicht mehr sagen können, was uns glücklich macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2010

Jens Bisky bedenkt Miriam Meckels Bericht über ihren Burnout mit Lob und Anerkennung. Das Buch der Autorin, Professorin für Kommunikationswissenschaften und frühere Regierungssprecherin, ist für ihn ein "Protokoll einer Ratlosigkeit, die die unsere ist". Er weiß es zu schätzen, dass Meckels Schilderung ihres Zusammenbruchs, ihres Klinikaufenthalts, ihres Lebens, das zum Burnout geführt hat, nicht auf die üblichen Muster einer Bekehrungsgeschichte zurückgreift. Die Kritik der Autorin an einer Kultur, "in der alles jederzeit möglich sein soll" und Grenzen nicht akzeptiert werden, kann Bisky nur zustimmen. Er sympathisiert auch sehr mit Meckels Ausführungen über die Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist. Am berührendsten scheint ihm das Kapitel über die Akzeptanz des Todes. Dagegen hätte er auf die die gängigen kapitalismuskritischen Bemerkungen, die Meckel auch noch anbringt, gut verzichten können. Doch schmälert das für ihn nicht den Wert dieses Buches.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.03.2010

In dem Buch, in dem Miriam Meckel über ihr Burn-out-Syndrom schreibt, ergeht sich die Autorin weder in kulturpessimistischen Klagen noch versucht sie der Erkrankung als genrellem Phänomen zu begegnen, stellt Elisabeth Raether fest. Vielmehr beschäftigt sich hier eine Intellektuelle, die einst die jüngste Professorin Deutschlands war, mit ihrer ganz persönlichen Geschichte, so Raether durchaus wohlwollend, auch wenn sie inmitten akademischen Verweisen und Assoziationen auch schon mal eher "schlichte" Erkenntnisse Meckels ihre Krankheit betreffend gefunden hat. Eines aber ist der Rezensentin doch aufgefallen. Wollte Meckel denn nicht eigentlich von den rastlosen Aktivitäten lassen, um gesund zu werden? Nun hat sie bereits in der Klinik begonnen, dieses Buch zu schreiben, und so lautet die Diagnose der Rezensentin dann auch: "unheilbar".

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