Sie war Teil der IAA-Blockade in München und der spektakulären Barberini-Aktion in Potsdam, wo sie Kartoffelbrei auf ein Monet-Gemälde warf. Ihr juristisches Wissen setzt sie dazu ein, die Rechtshilfe für andere Aktivistinnen und Aktivisten aufzubauen. Dann wird Mirjam Herrmann selbst verurteilt, und beschließt, ihre Ersatzfreiheitsstrafe zu nutzen, um weitere Erfahrungen zu sammeln und Wissen weitergeben zu können: Wie fühlt es sich an, für die eigenen politischen Überzeugungen in den Knast zu gehen? Welche Formen von Solidarität lassen sich in der Haft erlernen? Und gibt es überhaupt noch einen anderen Umgang mit den Bedrohungen der sich entfaltenden Klimakrise, als im Hier und Jetzt ein anderes, ein verbundenes, ein unbedingtes Leben zu leben? Als Angeklagte im Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ist Mirjam Herrmann Betroffene eines Präzedenzfalles in Zeiten, in denen Natur und Menschenrechte gleichermaßen bedroht sind. Warum sie trotzdem immer wieder die Entscheidung trifft, Widerstand zu leisten, erzählt sie in einem Essay, der die Frage nach Natur noch einmal ganz anders stellt: Sie ist unser aller Lebensraum, den es zu verteidigen, aber auch zu nähren gilt.
Rezensent Florian Eichel begleitet die Aktivistin Mirjam Herrmann ins Museum Barberini, wo sie vor drei Jahren mit einem weiteren Mitglied der Protestbewegung Letzte Generation Monets "Getreideschober" mit Kartoffelbrei bewarf - und eine Debatte über die Grenze zwischen Vandalismus und Aktivismus auslöste. Hausverbot hat Herrmann, die als Rechtsberaterin Klimaaktivisten unterstützt, nie erhalten und so plaudern die beiden über das Buch, in dem Herrmann von ihrem Werdegang ebenso erzählt wie sie ihre Attacke auf das Bild völlig unkritisch als "Performance" verteidigt. Entsprechend verdankt der Kritiker dem Buch auch wenig neue Erkenntnis, vielmehr erscheint es ihm wie eine "Flaschenpost" aus dem Jahr 2022, wenn die Autorin die Klimaproteste en detail protokolliert und verteidigt und zu zivilem Ungehorsam aufruft. Dass Herrmann in ihren Ausführungen keinerlei Vorsicht walten lässt, beeindruckt den Kritiker zwar - kritische "Zwischentöne" hätte er sich allerdings schon gewünscht.
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