"Die Republik der Silberfische" versammelt die neuen Gedichte von Mirko Bonne, Gedichte aus den letzten sechs Jahren, aus einer Zeit, als nichts blieb, wie es war: ein Haus, ein Garten, eine ganze Landschaft lösen sich vor den Augen des Lesers ebenso auf wie die Liebe, die sie einmal zusammenhielt. Bonnes Abschiedsgedichte bilanzieren und fragen, was dennoch bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2009
Martin Zingg verschafft sich mittels dreier Gedichtbände einen Überblick über neue deutsche Lyrik. Mirko Bonnes Band "Die Republik der Silberfische" ist von leiser "Trauer um Vergangenes" grundiert, lässt der Rezensent wissen. Spürbar werden Brüche in der Biografie, die gleichwohl in den Gedichten nur angedeutet und in winzigen sprachlichen Brüchen aufgehoben sind. Das führt im besten Fall zu genau gearbeiteten, rhythmisch und klanglich überzeugenden Gedichten, wie Zingg lobt. Allerdings hat er in diesem Band auch Gedichte gefunden, die ihm zu mitteilungsfreudig sind und ihm deshalb nicht ganz so gut gefallen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2008
Recht melancholisch scheint es in Mirko Bonnes neuen Gedichten zuzugehen. Die Rezensentin Nadja Wünsche zumindest vermochten sie anzurühren und zu inspirieren. Beschwingt berichtet sie von Melancholie, Vergeblichkeit und Sehnsuchtsschwere, die in allen vier Zyklen ihre Mollmelodien anstimmen. Sie folgt dem Autor aber nicht überall hin. So sehr sie Bonnes Anspielungen auf Bienen- und Wespenmetaphorik bei antiken Dichtern und Thomas Kling schätzt, so skeptisch bleibt sie, wenn Bonne mit Ortsnamen weit entlegener Städte experimentiert. Ihr Resümee ist freundlich, aber nicht ohne Einschränkungen. Die Rezensentin schätzt den fragenden Dichter mehr als den antwortenden und den sich den Dingen widmenden mehr als den sentenzenhaften.
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