Naturwissenschaftler beginnen historisch zu forschen: Mit ihren eigenen Methoden versuchen sie, neue Daten zur Geschichte zu gewinnen. Eine besonders große Rolle spielt dabei die Analyse alter DNA. Die Entschlüsselung jahrhundertealter Genome, so behaupten Fachvertreter, könne zentrale Fragen der Menschheitsgeschichte letztgültig beantworten. Die Ergebnisse werden in Teilen der Naturwissenschaften, aber auch in den Medien gefeiert: Bereits erzielte und zukünftige Erkenntnisgewinne werden als "unermesslich" gepriesen, unsere Geschichte müsse neu geschrieben werden. In diesem Buch gehen zwei Historiker der Frage nach, welche historisch relevanten Fragen die noch junge Wissenschaft der "Archäogenetik" bisher tatsächlich beantworten konnte und inwiefern sie zu einer methodisch reflektierten Geschichtsforschung beizutragen vermag. Dafür werden diejenigen Gebiete näher betrachtet, auf denen die Archäogenetik bisher ihre spektakulärsten Ergebnisse erzielt zu haben glaubt: Migrationen und Epidemien. Die Analysen führen auf grundsätzliche Fragen: In welchem Verhältnis stehen Geistes- und Naturwissenschaften zueinander? Wie kann eine produktive Zusammenarbeit bei der historischen Forschung gelingen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2021
Ulf von Rauchhaupt hätte sich von den Historikern Mischa Meier und Steffen Patzold mehr Selbstdisziplin in Sachen Neid gewünscht, wenn die beiden Autoren die Archäogenetik kritisieren und die ihr erteilte mediale Aufmerksamkeit. In der Sache nämlich scheinen die Autoren für Rauchhaupt durchaus einen Punkt zu treffen, wenn sie mit geballter Expertise an Beispielen darlegen, wo die Grenzen der Genetik liegen, dass sie eben keine geschichtswissenschaftlichen Resultate liefert, sondern höchstens interpretationsbedürftige Daten, genau wie die Archäologie, die Numismatik oder die Papyrologie. Wie eine gelungene interdisziplinäre Zusammenarbeit aussehen könnte, vermitteln die Autoren dem Rezensenten auch.
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