Aus dem Japanischen von Verena Werner, mit einem Nachwort von Eduard Klopfenstein. November 1934. Der Abt des Kohoan-Tempels verschwindet spurlos. Hat er sich trotz seines fortgeschrittenen Alters auf eine spirituelle Wanderung begeben? Oder ist er betrunken im Wald verunglückt? Zuletzt gesehen wurde er nur von seiner Geliebten, die heimlich mit ihm im Kloster lebte, und von einem jungen Novizen, dessen Herkunft ein dunkles Geheimnis umgibt. Haben die beiden etwas mit dem Verschwinden des Abts zu tun?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2008
Eine kleine, dichte Besprechung zu Mizukami Tsutomus autobiografisch geprägtem Buch legt Steffen Gnam vor. Die minimalistische, kammerspielartige Ästhetik, mit der Tsutomu eine eifersuchtsgesättigte Dreiecksbeziehung in einem Zen-Kloster der 30er Jahre entwirft, haben beim Rezensenten Spuren hinterlassen. Gnam spricht von der physischen Präsenz von Armut und Isolation und vom expressiven Gestus im Text. Die satirische, den Mönchsstand hinterfragende Lesart entgeht Gnam dabei ebenso wenig, wie die allegorische. Sie macht das Drama hinter Termpelmauern transparent auf die japanische Gesellschaft und ihre Dramen.
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