Aus dem Schwedischen von Katharina Martl. Als Mutter hat Åsa eigentlich alles richtig gemacht. Und als Schwiegermutter? Weil ihr Sohn und seine Partnerin unverhofft eine Bleibe brauchen, bietet Åsa dem Paar an, bei ihr einzuziehen. Doch sie ahnt nicht, wie sehr das neue Zusammenleben das Verhältnis zu ihrem Sohn infrage stellen wird. Aus wechselnden Perspektiven schildert Moa Herngren eine Mutter-SohnBeziehung, die vollkommen auf den Kopf gestellt wird.Åsa und ihr Sohn Andreas hatten immer schon ein enges Verhältnis. Andreas ist Einzelkind, Åsa hat ihn allein großgezogen - sie sind ein eingespieltes Team. Deshalb ist es für Åsa keine Frage, dass sie ihm und seiner Freundin Josefin anbietet, bei ihr unterzukommen, als die beiden kurzfristig ohne Wohnung dastehen. Doch das Zusammenleben stellt Åsa vor ungeahnte Herausforderungen. Ihre Versuche, eine Verbindung zu Josefin aufzubauen, schlagen fehl. Plötzlich sieht sie sich mit nie da gewesenen Vorwürfen zu Andreas' Kindheit und Jugend konfrontiert, und sie erkennt ihren eigenen Sohn kaum wieder. Schmerzlich wird sich Åsa bewusst, dass sie nicht mehr die wichtigste Person in Andreas' Leben ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2025
Der Roman von Moa Herngren, die mal Chefredakteurin der schwedischen "Elle" war, überzeugt den Kritiker Matthias Hannemann weniger durch Sprache, sondern eher durch die Beziehungsdynamiken: Die Mittfünfzigerin Asa sieht einigermaßen hilflos dabei zu, wie sich ihr Sohn Andreas von ihr entfernt und sein Heil bei seiner Partnerin Josefin sucht. Asa kann selbst als Kommunikationsexpertin nichts ausrichten und darf am Ende nicht einmal mehr ihr Enkelkind sehen, was in der allgemeinen Dramatik Hannemann zufolge "präzise und empathisch" geschildert wird. Er ärgert sich allerdings über den unausgegorenen Aufbau des Romans, der seine Erzählperspektiven wechselt (und so zeigt, dass Asa auch nicht alles richtig macht) und sich am Ende in einem merkwürdig "zusammengerafften" Schluss verliert.
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