Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Anfang des 20. Jahrhunderts. Sally und Ellen verbringen, ohne sich zu kennen, ihre Kindheit in den Gassen der Arbeiterviertel von Norrköping, wo Hunger, Prostitution und Misshandlung an der Tagesordnung sind. Ellen hat früh ihre Mutter verloren und ist bei einer Pflegemutter in einer Spelunke untergebracht. Als diese sich das Leben nimmt, steht sie auf der Straße. Sie lernt Bernhard kennen, sie ziehen aufs Land. Sally war nie lange an einem Ort. Ihr Vater organisiert Streiks und wird arbeitslos, schließlich ziehen auch sie aufs Land. Hier lernen sich Jahre später Sally und Ellen kennen. Es ist der Beginn einer lebenslangen Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2008
Aldo Keel bringt seine Freude über die Neuübersetzung des Debütromans "Frauen und Apfelbäume" der schwedischen Schriftstellerin Moa Martinson zum Ausdruck, die darin vom Leben der Arbeiterfamilien in Schweden zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt. Aus der Perspektive dreier Frauen beschreibt sie das schwere Alltagsleben, das von Armut, Brutalität und Alkoholismus geprägt ist, und der Rezensent sieht die 1864 geborene Autorin durch den dänischen Schriftsteller Andersen Nexö beeinflusst, wenn er auch gegenüber dessen eher analytisch-detaillierter Schreibweise Martinsons sprunghaftes Erzählen hervorhebt. Mit ihren kämpferischen Protagonisten, die sich für ein besseres Leben der Arbeiter einsetzten, war Martinson am Puls ihrer Zeit, so Keel anerkennend.
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