Aus dem Englischen von Anette Grube. Nach einem fremdbestimmten Leben im Licht der Öffentlichkeit hat Lydia in Kensington, USA, endlich einen Ort der Ruhe gefunden. Ihre neuen Freundinnen ahnen nichts von ihrer Vergangenheit. Einzig ihr Liebhaber spürt, dass Lydia vieles vor ihm verbirgt, und wirbt umso mehr um sie. Doch Lydia will ihre neu gewonnene Freiheit - ein Leben jenseits des Rampenlichts - nicht aufs Spiel setzen. Wie soll sie ihm erklären, wie grausam es ist, der Spielball anderer zu sein und nicht für sich selbst bestimmen zu können? Wer sagt ihr, dass er begreift, wie groß ihre Einsamkeit war, so groß, dass sie sogar ihre Kinder verlassen hat? Und vor allem: Würde er schweigen? Als ein britischer Fotograf in der Kleinstadt auftaucht, sieht Lydia ihre neue Identität in Gefahr, denn er weiß alles über ihr altes Leben - und setzt alles daran, dies öffentlich zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2013
Es ist ein modernes Märchen, das Monica Ali in ihrem Roman "Die gläserne Frau" erzählt, berichtet Reinhard Helling. Anders wäre es auch schwierig geworden, denn: die Protagonistin ist niemand anderes als Prinzessin Diana, die bei Ali ihren eigenen Tod nur inszeniert hat, um aus dem goldenen Käfig Buckingham-Palace ausbrechen zu können. Sie ist unter falschem Namen in die USA ausgewandert, wo sie in einer Kleinstadt namens Kensington ein ausreichend glückliches Leben "in Jeans und T-Shirt" führt, fasst der Rezensent zusammen. Die Situation spitzt sich erst zu als ein berüchtigter, britischer Paparazzo sich ebenfalls dort niederlässt. Helling findet Alis Geschichte zwar schön, romantisch und nebenbei sogar medienkritisch, er kann aber nur schwer die "medial verbreiteten Bilder der Wirklichkeit" vergessen, mit denen die Autorin zwangsläufig konkurriert, wenn sie ein Thema wählt, das so umfassend in der Öffentlichkeit verhandelt wurde wie der Tod von Lady Di.
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