Als Monika Helfer noch klein war, war sie ein Mädchen, das Glück und Traurigkeit gut kannte. Manchmal hatte sie Angst, aber gerade dann war sie unerschrocken. Saß stundenlang in einem stillgelegten Brunnen, um die Einsamkeit kennenzulernen. Ging in den See hinein, obwohl sie gar nicht schwimmen konnte. Lief im Trotz hinaus in die Gewitternacht. An ihrer Seite hatte sie oft ihre Schwester. Die beiden Mädchen hielten unverbrüchlich zueinander, durch manchen Streit, durch kummervolle Zeiten hindurch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2025
Rezensentin Eva-Maria Magel ist begeistert von Monika Helfers Kindheitsgeschichten. Es geht um Schuld und Schrecken, Liebe und Süße, ums Gewissen und allerhand andere "Fährnisse" im Leben des Kindes, erklärt Magel. Wie Helfer schreibt, weniger beschreibt, knapp und unter Auslassungen, gefällt Magel gut, da es Raum lässt und kunstvoll ist. In der Klett Kinderbuch-Reihe ist der Band für Magel der "forderndste". Jungen Lesern wünscht Magel einen sanften Lektürebeistand, der das Traurige, Böse und Tiefe der Stücke zu erschließen hilft.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…