Einen "verzückend frei flottierenden Assoziationsdrang" macht Nicolai Kobus in den Gedichten Monika Rincks ausfindig. Den Titel des Bandes, "Verzückte Distanzen", versteht Kobus als "entrückte Perspektiven". Er bescheinigt Rinck, die "kleinen großen Verschiebungen" zu beherrschen, "die einem guten Gedicht die entscheidende Wendung geben". Was damit gemeint ist, verdeutlicht er am Beispiel des Gedichts "trainingsziele": dieses hebe an als eine Art pubertäres Protokoll diverser Liebschaften in einem Ruderverein, wechsle dann die Sportart sowie den Ort des Geschehens vom Wasser draußen ins Innere einer Mehrzweckhalle, und ende mit einer ziemlich abgebrühten Anspielung auf eines der Bennschen Morgue-Gedichte: "ach. wie die blauen matten quietschten!" (Rinck) Insgesamt hält Kobus den Band für recht gelungen. Die Gedichte würdigt er als "gute Texte, eigentlich". Für seinen Geschmack findet sich ein wenig zu viel "Beziehungskram" darin. Dagegen hätte er sich etwas mehr von dem "verzückend frei flottierenden Assoziationsdrang" in manchen Gedichten gewünscht.
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