Unsere Väter und Großväter waren im Krieg. Was haben sie gesehen und erlebt, was taten sie und was erzählen sie uns darüber? Wie hielten sie es mit dem NS-Regime? Auch Moritz Pfeiffer möchte gern einen Großvater haben, der den Nazis wenigstens nicht die Hand gereicht hat. Der junge Historiker befragt seinen "Opa", den er liebt, und dieser gibt ihm bereitwillig Auskunft. Das Erinnerte vergleicht Pfeiffer mit den Briefen und Zeugnissen aus der Familiengeschichte, analysiert es vor dem Hintergrund des wissenschaftlichen Forschungsstandes und stellt fest: Die Großeltern haben sich dem NS-Regime weit mehr verschrieben, als sie es heute sagen. Wie aber geht ihr Enkel damit um? Spricht er sie frei? Verurteilt er sie? In welchem Maße ist er selbst davon betroffen, dass Nationalsozialismus und Holocaust Familiengeschichte sind und er in sie eingewoben ist?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2012
Beeindruckt hat der Historiker Wigbert Benz dieses Buch seines jungen Kollegen Moritz Pfeiffer gelesen, der darin die Kriegsberichte seines eigenen Großvaters gegenüber der Familie mit den amtlichen Dokumenten vergleicht. Und natürlich stellt sich heraus, wie der Großvater seine Vergangenheit als Wehrmachtsoffizier beim Fronteinsatz in Frankreich und in der Sowjetunion beschönigt hat. Verbrechen habe höchstens die SS begangen, und mit der hatte man nichts zu tun, lautete sein Mantra, wie Benz darstellt, dabei hat der Enkel Pfeiffer herausgefunden, dass die Einheit des Großvater sehr wohl in Verbrechen verstrickt war und dieser selbst mit der SS zu tun hatte, denn ihr gehörte der Bruder an.
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