Weshalb ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg den von ihm abgelehnten Emporkömmling Adolf Hitler zum Reichskanzler? Eine Entscheidung mit unabsehbaren Folgen - für Deutschland, Europa und die Welt.Im Mittelpunkt steht ein Skandal, den damals schon viele als die Ursache für Hindenburgs Vorgehen ansahen und der im Januar 1933 in zunehmendem Maße die deutsche Öffentlichkeit und die Presse beschäftigte. Ein Ausschuss des Reichstags begann, den Hinweisen auf betrügerische Machenschaften bei der "Osthilfe", dem größten Subventionsprogramm der Weimarer Republik, nachzugehen. Die Finanzhilfen kamen hauptsächlich den ostelbischen Großgrundbesitzern zugute, während das Volk unter den Lasten der Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit litt. Die Aufdeckung der Missstände drohte Hindenburg, den "Vater" der "Osthilfe", in Verruf zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.04.2020
Rezensent Wilhelm von Sternburg bekommt in Dieter Hoffmanns Studie über den "Osthilfe-Skandal" eine Antwort auf die Frage, warum Hindenburg Hitler im Januar 1933 zum Kanzler ernannte: Es ging um Selbstrettung und Machtausweitung der Nationalkonservativen und der ostelbischen Großagrarier, deren Verbündeter Hindenburg war. Dass für die damaligen Entwicklungen also mitnichten Hindenburgs "Greisenalter" ausschlaggebend war, sondern sein fragwürdiges Osthilfe-Programm und Hitlers Versprechen, dieses nicht weiter zu untersuchen, erfährt Sternburg aus Hofmanns Darstellung.
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