Aus dem Niederländischen von Barbara Heller. Uganda, Mitte der siebziger Jahre. Nach seinem Studium in England kehrt der junge Bat Katanga in sein Heimatland zurück und beginnt eine Karriere in einem der Ministerien des Diktators Idi Amin. Doch sein Vorsatz, eine weiße Weste zu behalten, erweist sich schnell als illusorisch. Bat findet sich in einer wahren Schlangengrube aus Intrige und Korruption wieder...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2003
Das Thema dieses Romans ist die "menschliche Skrupellosigkeit, die Sucht nach Intrigen und ungehemmter Machtausübung" in der Regierung um Idi Amin. Dabei nimmt der Autor Moses Isegawa nach Meinung der Rezensentin Marion Löhndorf eine strenge moralische Position ein. Die Geschichte erzähle Isegawa fast "parabelhaft". Ihm gehe es nicht darum, die möglicherweise komplizierte Psyche eines machtbesessenen, intriganten Politikers auszuleuchten: "Die Tyrannen sind keine Macbeths, sondern brutale Schlächter ohne kompliziertes Innenleben". Viel mehr scheint ihn die Darstellung des "Ungeheuerlichen" zu interessieren, für die der Autor nach Löhndorf eine "deutliche Sprache" und "einfache, kraftvolle Bilder" findet. Löhndorf nennt dieses Buch "ein düsteres, fast apokalyptisches Bild für die von einer außer Kontrolle geratenen Maschinerie politischer Macht ausgelösten Verheerungen".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2002
Mit diesem Roman beweist der ugandische Autor, dass er keine literarische "Eintagsfliege" ist, meint Irene Binal. Sie zeigt sich von der Geschichte, in der ein junger Mann nach seinem Studium in England nach Uganda zurückkehrt und dort zunächst ein luxuriöses Leben im Einklang mit der Diktatur führt, sehr beeindruckt und findet es bemerkenswert, dass sich der Autor an die "Abgründe der Politik" seiner Heimat herantraut. Dadurch sei ein "düsteres und trauriges" Buch entstanden, das anhand des Protagonisten die "ganze, verzweifelte Geschichte" Ugandas aufzeige, so die Rezensentin bewegt. Binal attestiert dem Autor ein "Talent zur Knappheit", auch wenn sie die Darstellung mitunter fast ein bisschen zu karg findet. Insgesamt aber lobt sie Isegawa dafür, die selten behandelte Geschichte Ugandas aufgegriffen zu haben, und findet, dass er damit ein Zeichen "gegen die Gleichgültigkeit" gesetzt habe. Und so ist das Buch für sie auch der Nachweis, dass das zweite Buch eines Autors einem bemerkenswerten Debüt in nichts nachstehen muss.
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