Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke. Seit der Befreiung der Niederlande wohnt Emma Verweij in Rotterdam in einer Straße, die während des Kriegs zu einer Bastion der Freundschaft und Liebe unter den Bewohnern geworden ist. Sie heiratet Bruno, bekommt zwei Söhne und ist entschlossen, die Zeit auszublenden, die sie mit ihrem ersten Mann Carl im Nazi-Berlin verbrachte. Nun ist sie sechsundneunzig Jahre alt und bereitet sich auf das Ende ihres Lebens vor: Noch einmal durchlebt sie die glücklichen Jahre, doch immer häufiger drängen lang vergangene Erlebnisse in ihr Bewusstsein. Zurück kehren die verschwundenen Lieben, ihr Vater, Carl, die Freunde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.01.2016
Hans-Peter Kunisch ist nicht überzeugt von Otto de Kats Versuch, aus historischen Schicksalen literarisch Kapital zu schlagen. Die bewegenden Lebensgeschichten von Christabel und Peter Bielenberg kennt er bereits aus anderer Quelle, gut erzählt dazu. Wenn nun der Autor die Biografien adaptiert und in seinem Sinne verändert, findet Kunisch das doppelt fragwürdig: Erstens, da es der Autor mit der Tragik bis zum Umschlag ins Kitschige übertreibt, und zweitens, weil er dadurch Respektlosigkeit vor gelebtem Leben an den Tag legt. Für Kunisch ein misslungener Roman.
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