Herausgegeben von Ida Karl. Für die einen ist es "Isar-Athen", für die anderen "das reine Buxtehude". Wenn Paul Heyse und Frank Wedekind München derart titulieren, zeugt dies von der Vielseitigkeit, die München eigen ist. Seit dem Mittelalter dokumentieren Münchner Schriftsteller und Künstler ebenso wie Gäste der Stadt in Briefen und Tagebüchern ihre Erlebnisse, lassen Eindrücke und Empfindungen in ihre Romane einfließen und geben so ein vielgestaltiges Bild vom Leben und Treiben in der bayerischen Metropole.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.07.2010
Rezensent Rudolf Neumaier ist fasziniert von dieser von Ida Karl kompilierten München-Anthologie mit ausgewählten Beobachtungen und Schilderungen der Stadt. Sie zeige, was heute aus Neumaiers Sicht oft gänzlich vergessen werden kann: dass die bayrische Hauptstadt nicht nur "reich und schön" ist, sondern "auch einmal inspirierend und aufregend" war, ein Experimentierfeld für Künstler. Dass die Texte für diese Anthologie oft aus ihrem Kontext gerissen wurden, schadet ihnen keineswegs, meint der Rezensent großmütig, der mit diesem Kaleidoskop das "prächtige, farbige Gemälde einer Bilderbuchstadt" entstehen sehe. Neumaier gefällt schließlich aber auch, dass nicht nur geschwärmt wird, sondern auch die dunklen Schatten der Vergangenheit zur Sprache kommen, dass etwa Hitlers Präsenz in der Stadt thematisiert wird.
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