Franz Paul Horn

Über die Grenzen

Wien, Damaskus; Kabul: Drei wahre Geschichten von Reise und Flucht
Cover: Über die Grenzen
Kremayr und Scheriau Verlag, Wien 2019
ISBN 9783218011877
Gebunden, 400 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Wien - Teheran - Damaskus - Kabul: Drei junge Männer auf ihrem Weg in die Freihei. Wien im Sommer 2015. Nach dem Uniabschluss begibt sich Paul mit zwei Freunden per Rad auf die Reise seines Lebens. Das Ziel: Teheran. In drei Monaten wollen sie die 5.000 km bis in den Iran schaffen. Ihr Weg wird zu einem ausgelassenen Abenteuer voller Improvisation, Missgeschicke, spannender Begegnungen, Flirts und Erkenntnissen über andere Länder, fremde Menschen und deren Kulturen. Devise: in den Tag hineinleben, nehmen, was kommt, reisen ohne Angst. Zur gleichen Zeit brechen Malek aus Afghanistan und Filip aus Syrien ebenfalls zu einer Reise auf. Das Ziel: Sicherheit. Krieg, der IS und schiere Verzweiflung zwingen sie, ihre Heimat und Familie zu verlassen. Sie wollen ihr Leben retten, müssen sich Schleppern anvertrauen, geraten erneut in Lebensgefahr, überqueren Gebirgszüge und das Mittelmeer. Auf ihrer Flucht sind sie nirgends erwünscht. Devise: nie stehenbleiben, nie zurücksehen, immer weiter ins Ungewisse. Franz Paul Horn erzählt die Geschichten dreier junger Männer. Unbeschwert und abenteuersehnsüchtig der eine, gehetzt und ohne Sicherheit die beiden anderen. Sie reisen aufeinander zu, passieren zur selben Zeit die gleichen Orte, doch ihre Erfahrungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Als sich in Österreich ihre Wege kreuzen, erkennen sie: Am Ende sind sie alle einfach nur junge Männer, die leben wollen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2020

"Große Literatur" ist dieses Buch des Biologen Franz Paul Horn sicher nicht, schränkt Rezensentin Christine Enkeler ein, gern gelesen hat sie es dennoch. Dem Autor und seinen Freunden folgt sie zunächst auf deren Radtour von Wien über Ungarn, Slowenien, Rumänien und die Türkei nach Teheran, erlebt Saufgelage, Naturbeobachtungen und Begegnungen und müht sich bisweilen mit der ein wenig "halbstarken" Sprache. Im Kontrast dazu erzählt Horn die Fluchtgeschichten des Afghanen Malek und des syrischen Christen Filip, eher nüchtern und "aufzählend", was daran liegt, dass der Autor sich eng an den Erzählungen der beiden orientiert, informiert die Kritikerin. Mit Horns Neigung zur Verallgemeinerung hat Enkeler ebenfalls ihre Probleme, interessante Einblicke erhält sie trotzdem, wie sie versichert.

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