Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe. Mit seinem Faible für Menschen am Rand der Gesellschaft legt der türkische Kultautor Murat Uyurkulak mit seinem zweiten Roman eine mit magischen und fantastischen Elementen durchsetzte ironische, traumatische und zugleich sozialkritische Allegorie auf die Türkei vor.
Auch wenn Uyurkulak in seinem Roman "Glut" über ziemlich abgedrehte Ereignisse in einem fiktiven Land namens "Ominösien" schreibt, besteht für Rezensent Ingo Arend keinerlei Zweifel, dass dieses Buch sehr eigentlich vom "Schwelbrand der real existierenden Verhältnisse" in der Türkei handelt. Und das schon auch, weil der von ihm sehr geschätzte Uyurkulak sich von jeher äußerst kritisch mit seinem Heimatland befasst. Das verdeutlicht Arend in einem schönen Bild: Wenn Orhan Pamuk der Impressionist der türkischen Literatur ist, so ist Uyurkulak deren Graffitikünstler. Dessen allegorischer Schreibweise abseits von der Fadheit politrealistischer Literatur kann der Kritiker einiges abgewinnen: Unter dem zwar vulgären Schreibstil lauert politisch angereicherte Komplexität, stellt er fest. Es wimmelt von Metaphern und allegorischen Verschiebungen, deren wahre Bedeutungen aber stets durchscheinen. Hilfreich dabei ist, dass auch die "instinktsichere" Übersetzung überzeugt.
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