Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt. Amerika in naher Zukunft. Loretta Thurwar und Hurricane Staxxx sind die Stars der "Chain-Gang All-Stars". Sie sind zu lebenslanger Haft verurteilt, aus der es nur einen Ausweg gibt: Als moderne Gladiatorinnen kämpfen sie mit einer Sense und mit einem Hammer bewaffnet auf Leben und Tod gegen andere Straftäter - und das ganze Land fiebert am Bildschirm mit. Wer den Gegner tötet, steigt in der Rangordnung auf und nähert sich von Staffel zu Staffel dem ultimativen Ziel: der Freiheit. Nichts scheint Loretta und Hurricane aufhalten zu können. Doch dann entschließt sich die Regie, die Regeln zu ändern, um dem tobenden Publikum etwas nie Dagewesenes zu bieten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.08.2024
Nana Kwame Adjei-Brenyah wird in Amerika schon als "literarischer Senkrechtstarter" gehandelt und das völlig zurecht, meint Rezensent Stefan Michalzik nach der Lektüre dieses satirisch-überspitzen Romans, in dem Gefängnisinsassen dazu angeregt werden, mit der Option auf Verkürzung beziehungsweise Aussetzung ihrer Haftstrafe an modernen Gladiatorenkämpfen teilzunehmen. Diese werden vielfach nicht überlebt und haben ein Publikum, das per abopflichtigem Livestream zuschaut, weiß Michalzik, der auch die Fußnoten lobend hervorhebt, die die erschreckenden Bezüge zum echten US-amerikanischen Justizsystem deutlich machen. Eine spannende - und von Rainer Schmidt exzellent übersetzte Lektüre "wie ein Kinofilm", hält der Kritiker fest.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2024
Rezensent Dietmar Dath findet Dystopien wie Nana Kwame Adjei-Brenyahs im Stil von "Rollerball" verfassten Roman nützlich als Warnung vor möglichen Entwicklungen. Dass Häftlinge sich wie Gladiatoren im Kampf um Leben und Tod von ihren Strafen befreien könnten, wie es der Autor hier laut Dath fußnoten- und detailreich berichtet, möchte der Rezensent lieber nicht erleben. Es reicht schon, dass er sich, animiert durch den narrativen Sog, in Haut und Seelen der Figuren versetzt. Schade bloß, meint Dath, dass die schöne Übersetzung von einem so nachlässigen Lektorat geschunden wird.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.03.2024
Rezensent Joachim Scholl warnt vor der Brutalität in Nana Kwame Adjei-Brenyahs dystopischem Action-Roman über das US-amerikanische Justizsystem. Allerdings entgeht ihm auch nicht der satirische Ansatz, wenn der Autor Fakten und Fußnoten mit einer Story um eine Sträflingsgang verzahnt, in der es um medienwirksame Gladiatorenkämpfe geht. Was aus diesem riskanten Mix entsteht, scheint Scholl lesenswert, weil realistisch und mit aktivistischer Note und literarisch vielschichtig zugleich. Spannend ist der 500-Seiten-Schmöker auch noch, staunt er.
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