Ein kleiner Zufallsfund ist es, der Natalie Buchholz an ihren verstorbenen Großvater Anatole erinnert. Wer war dieser zwischen Deutschland und Frankreich hin- und hergerissene Mann? Erstmals setzt sich die Autorin mit dem Großvater auseinander, der stets ein Fremder für sie war und doch bis in ihr eigenes Leben hineingewirkt hat. In seinen jungen Jahren geht er zur französischen Armee, den Zweiten Weltkrieg allerdings erlebt er als zwangsrekrutierter Soldat der Wehrmacht. Danach entscheidet er sich vehement für eine Seite und lehnt sogar seine Tochter ab, die einen Deutschen heiratet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.10.2024
Die Autorin Natalie Buchholz geht in diesem Roman mit durchaus dokumentarischen Ansprüchen ihrer Familiengeschichte nach, verrät Kritikerin Katharina Granzin. Ausgangspunkt dafür waren die Memoiren, die ihr lothringischer Großvater ihr mit 15 übergeben hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er begonnen, alles Deutsche vehement abzulehnen. Auch auf die Spuren dessen begibt sich Buchholz und entdeckt einige Ungereimheiten zwischen Frankophilie und Wehrmachtsuniform, erfahren wir. Nicht nur die Geschichte selbst steht im Zentrum dieses Buches, sondern vor allem auch die Suche danach und die Möglichkeiten des Erzählens selbst, hält die zufriedene Rezensentin fest: "unangestrengt poetisch, fast spielerisch" ermöglicht der Text, der Imagination ein wenig freien Lauf zu lassen.
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