Es passiert beinah gleichzeitig. Er wird zur Zielscheibe von Malik und seiner Gang und er verliebt sich in Farsaneh. Keine gute Startposition für Leo, der neu in der Stadt ist. Denn Farsaneh wird mit Argusaugen bewacht -, vor allem von ihrem Bruder Malik. Um ihr nah sein zu können, bleibt Leo nur eins: Er muss das Vertrauen von Malik und seiner Gang gewinnen. Auch wenn er dabei Dinge tun muss, die er noch nie zuvor gemacht hat. Sein Plan geht auf. Während er sich heimlich mit Farsaneh trifft, werden Malik und die anderen zu Freunden. Doch als Leo und Farsaneh erwischt werden, eskaliert die Situation ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.12.2012
Dass Nataly Savinas Roman ursprünglich einmal als Film konzipiert war, erkennt Rezensentin Cornelia Geißler schon an den knappen Kapiteln und der hohen Szenenfrequenz - ihrem Lesevergnügen tut dies offenbar keinem Abbruch: An der lose an "Romeo und Julia" angeschmiegten Geschichte über Identitätsfindung junger Leute in großstädtischen Problembezirken schätzt sie neben der Atmosphäre auch die "stimmige" Sprache, die die Autorin allerdings eine Spur neben dem geläufigen Straßenslang positioniert hat. Dass Savina zudem mit vollen Händen aus dem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen kann, ist den Zitaten aus dem Gespräch zu entnehmen, das die Rezensentin mit der Autorin geführt hat: So musste diese als Tochter einer Migrantenfamilie selbst erst ihre eigene Position bestimmen - und mit ihren Kindern lebt sie im Kreuzberger Kiez rund um die Oranienburger Straße.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
Das Ende scheint Rezensent Peter Härtling etwas zu abrupt. So sehr hat er sich in die schwierige Lebenslage des jungen Leo hineinversetzt, der zusammen mit seiner Mutter unter der Trennung vom Vater leidet, der in eine Gang gerät, gemeine Prüfungen bestehen muss und schließlich seine Liebe findet. Wie die Autorin Nataly Savina hier dem eintönigen Gangdasein Farbe abgewinnt und den jugendlichen Balanceakt zwischen Würde und Elend, Gefühlsarmut und Liebeshunger darstellt, hat Härtling beeindruckt. Umso verständnisloser schaut er aufs Ende der Geschichte, das die erste Liebe Leos so seltsam unvollendet erscheinen lässt.
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