Simon ist auf der Suche nach einer Farbexplosion im Alltagsgrau. Mit der Hoffnung, eine Zugbekanntschaft wiederzufinden, fährt er kurzerhand in eine fremde Stadt. Antonia hat das Suchen aufgegeben und treibt ziellos durch ihr Leben. Zufällig kommen sie an einer Parkbank miteinander ins Gespräch. Obwohl oder gerade weil sie sich nicht kennen, können sie über Dinge sprechen, die sie sonst für sich behalten. Können für ein paar Tage Erinnerungen und Tagträume miteinander teilen. Als ihre Wege sich wieder trennen, scheint alles möglich.
Eine Momentaufnahme der Veränderung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2019
Antje Weber lernt bei Elisabeth Steinkellner viel über das Chaos der Gefühle von Jugendlichen um die 17. Wie ein Junge seine Liebe zum gleichen Geschlecht entdeckt und ein Mädchen zarte Gefühle für einen Jungen, bringt die Autorin über zwei unterschiedliche Handlungssträngen aus kurzen Episoden schließlich gekonnt zusammen, erklärt Weber. Jugendliche Gefühlswirren und den Halt durch Freundschaft vermag sie dabei mit viel Gespür darzustellen, findet die Rezensentin. Für das Thema Sexualität unter Jugendlichen findet Steinkeller den richtigen Ton und die richtigen Bilder, meint Weber.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018
Rezensent Arne Rautenberg gefällt die Botschaft in Elisabeth Steinkellners Jugendbuch, wonach wir das Selbstverständliche als Gewinn begreifen sollten. Dass die Autorin ihren Figuren und LeserInnen nichts erspart in diesem laut Rautenberg temporeichen Text und zwei reichlich mit Schicksal beladene (es geht um Depression, Suizid, Sex, Pornografie) 16-Jährige sich finden lässt, kann êr ertragen, weil sie ihn zugleich mit einer "sprühenden" Sprache und Poesie erfreut und das aufwühlende Geschehen mit inneren Monologen strukturiert.
Wie Elisabeth Steinkellner in ihrem Roman Gefühle behandelt, die Sehnsüchte junger Menschen nach Entgrenzung, Sex und Tiefe, findet Rezensentin Anja Robert erstaunlich lässig und gelungen, nicht kitschig oder peinlich, sondern fern aller naheliegenden Klischees. Die lose verflochtenen Geschichten der beiden Protagonisten, ihre "Suchbewegungen" schildert Steinkeller laut Robert ohne Herablassung, dafür mit Blick für die existenziellen Krisen ihre Figuren. Wenn selbst der befreiende Sex am Ende "angemessen explizit" und "wunderbar selbstverständlich" rüberkommt, ist die Rezensentin eine glückliche Leserin.
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