Viel zu oft neigen weiße Frauen dazu, Feminismus eindimensional und Unterdrückung singulär zu begreifen. Was fehlt, ist das Verständnis, dass Schwarze Frauen und Women of Color unterschiedlichen Formen von Unterdrückung gleichzeitig ausgesetzt sind. In diesem Buch zeigt Natasha A. Kelly, wie Elitedenken und rassistische Vorurteile seit Langem den westlichen feministischen Diskurs bestimmen und so einen für alle offenen Feminismus verhindern. Um das zu ändern, erzählt sie anhand von persönlichen und kollektiven Erfahrungen und historischen Schlaglichtern vom Schwarzen Feminismus in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2023
Schwarze deutsche Frauen sind eindeutig unterrepräsentiert, lernt Rezensentin Elena Witzeck von Wissenschaftlerin Natasha A. Kelly, die hier Lebensläufe von May Ayim bis Sista Mimi vorstellt und dies mit ihren eigenen Erfahrung als schwarze Deutsche mit karibischen Wurzeln verknüpft. Kern ist für Kelly, so liest Witzeck, vor allem die Erfahrung, so gut wie gar keine Vorbilder zu haben und vom weißen Feminismus der Sorte Alice Schwarzer nicht mitgedacht zu werden. Das ändert erst der Blick nach Übersee auf Forscherinnen wie Kimberlé Crenshaw, die den Begriff der Intersektionalität geprägt hat und zunehmende Repräsentation durch Frauen wie Arabella Kiesbauer und May Ayim. In den Lebensläufen manchmal etwas lexikonhaft, aber lebendig, wenn Kelly von eigenen Erfahrungen berichtet und vor allem ein wichtiger Beitrag zur Erschließung afrodeutscher Geschichte, schließt die Kritikerin.
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