Raubbau an der Natur hat eine lange traurige Geschichte in Lateinamerika, beginnend mit der Kolonialzeit. Auch heute setzen die Regierungen, gerade die vermeintlich linken, massiv auf die Gewinnung von Rohstoffen. Überall auf dem Kontinent wird der Bergbau erleichtert und der mühsam errungene Schutz für Umwelt und indigene Orte ausgehebelt. Dass die Naturressourcen endlich sind und die Rohstoffpreise extrem schwankend, will dabei niemand zur Kenntnis nehmen. Das macht die ungebremst zerstörten Natur- und Lebensräume zu gewaltvollen Konfliktgebieten unter dem Diktat des Weltmarkts.
Gleichzeitig ist Lateinamerika aber auch eine Werkstatt alternativer Ansätze und kann vielerorts auf gut organisierte zivilgesellschaftliche Bewegungen setzen. Deren Solidarität mit Kleinbauern, Indigenen, aber auch Arbeitern im Bergbau ist ein Garant dafür, dass der Widerspruch gegen dieses gefährliche Spiel mit Lateinamerikas Zukunft nicht verstummen wird.
Rezensentin Michaela Metz erfährt aus dem Essay von Dawid Danilo Bartelt, wie es um die Ressourcen Lateinamerikas steht. Von Biodiversität und Ausbeutung berichtet ihr der Autor ebenso kenntnisreich wie kritisch, indem er die Artenvielfalt der Region nach zeitgeschichtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen ordnet und Wege aus dem Extraktivismus diskutiert. Die entscheidende Frage, wer wie über das Land verfügt, stellt der Autor für Metz mit der gebotenen Dringlichkeit und Weitsicht.
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