Aus dem Englischen von Dirk Höfer. Herausgegeben von Judith Schalansky. Der Arches-Nationalpark, eine der spektakulärsten Wüstenlandschaften im Herzen Amerikas, steht im Mittelpunkt dieses einzigartigen Buchs, das alles zugleich ist: Autobiografie, Naturbeschreibung, Polemik, Kampfschrift und Abenteuerroman. In faszinierenden Naturschilderungen führt Abbey uns die Vielfalt einer Landschaft vor Augen, die nur auf den ersten Blick tot und einsam erscheint. Sein genauer Blick offenbart dem Leser, dass die Wüste wahrhaft lebt. In diesem längst zu den Klassikern zählenden Buch verarbeitet er sein Leben als Ranger Ende der 1950 er Jahre in der Wüste Utahs. Er sieht sich in dieser Umgebung zugleich als Raub- und als Beutetier, als Eindringling und als willkommener Gast. In diesen Widersprüchen und der Kargheit der Wüste fühlt er sich weitaus mehr zu Hause als in der von ihm als menschenfeindlich wahrgenommenen Industriegesellschaft. So ist ein Werk entstanden, das voller Liebe für die raue Landschaft und die wilde Tierwelt ist, und zugleich voller Hass auf alle, die versuchen, das Gleichgewicht der Natur zu zerstören.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2017
Aus der Fülle der als Reaktion auf die Bedrohung unseres Planeten erscheinenden Dichtung und Prosa wählt Rezensent Jürgen Brôcan einen modernen Klassiker aus. Edward Abbeys Text von Anfang der 60er Jahre in deutscher Übersetzung erinnert ihn an die lange Tradition des Nature-Writing in Amerika. Brôcan bewundert den poetischen Geist und erzählerischen Überschwang, mit dem der Autor Gestein, Fluss und Pferd schildert, Momente seiner Erfahrung als Ranger in einem Nationalpark in Utah. Aber er staunt auch über Abbeys polemische Schärfe, wenn es darum geht, jenseits von Einsiedlertum für den Schutz der Natur einzutreten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2017
Thorsten Gräbe freut sich über die erste Veröffentlichung von Edward Abbeys Ökoklassiker von 1968 auf Deutsch. Wie der Autor, der neben der Schriftstellerei als Ranger im Arches National Monument in Utah arbeitete, darin die Zerstörung der Landschaften des amerikanischen Westens anprangert und den Verlust spürbar macht, findet Gräbe beeindruckend. Schade findet er allerdings, dass die Ausgabe auf ein Nachwort und biografische Informationen verzichtet. Umso mehr, als Abbey durchaus kein unstrittiger Streiter für die Natur war, wie Gräbe weiß, und sich auch gerne mal gegen den Feminismus und für einen Einwanderungsstopp einsetzte. Informationen, die der Leser gut gebrauchen könnte, meint Gräbe.
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