Neville Alexander

Südafrika

Der Weg von der Apartheid zur Demokratie
Cover: Südafrika
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406482540
Gebunden, 222 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christian Grüny. Neville Alexander, ein enger Weggefährte Nelson Mandelas, schildert den Weg seines Landes von der Überwindung der Apartheid bis zur immer noch fragilen Situation der Gegenwart. Er informiert dabei nicht nur aus unmittelbarer Anschauung über den schwierigen Prozess der Demokratisierung, sondern fragt immer wieder auch nach der Bedeutung dieses Wandels für den Westen und die Weltpolitik...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001

Detlef Horster stellt zwei "schlüssig argumentierende Analysen" über die politische Entwicklung Südafrikas vor, die beide von Sorge über die "beklemmende Zukunftsaussicht" des Landes getragen sind. Das zweite Buch, Richard A. Wilsons "The Politics of Truth and Reconciliation in South Africa. Legitimizing the Post-Apartheid State", ist bislang allerdings nur auf Englisch erschienen.
Professor Neville Alexander aus Kapstadt will mit seiner Studie einem "gewissen unreflektierten Überschwang" entgegentreten, der oft in Betrachtungen über Südafrikas Vergangenheitsbewältigung mitschwingt, so der Rezensent. Besonders bedauerlich findet es der Buchautor, dass zwar "einzelne Täter" vor Gericht gestellt würden, nicht aber das gesamte "System der Apartheid" verhandelt würde, resümiert Horster. Auch bemängele der Autor, dass in den Verwaltungen des Landes "dieselben Leute" säßen, die auch während der Apartheid dort tätig waren; doch "das ist nach diktatorischen Zeiten allerdings überall in der Welt so", weiß der Rezensent. Vorrangiges Ziel hätte es für Neville Alexander sein müssen, dass "die Opfer ... Genugtuung erfahren". Doch ist das der Sinn der Strafe, fragt sich der Rezensent, der sich allerdings einer näheren Bewertung beider Bücher enthält.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001

Der in Tübingen promovierte und unter dem Apartheid-Regime elf Jahre lang internierte Alexander Neville sei eine der "profiliertesten Stimmen" des Landes, bemerkt Rezensent Andreas Eckert, der Nevilles Essay als klug und gut lesbar lobt. Wie Eckert darstellt, wirft der Verfasser der Wahrheitskommission vor, das Hauptaugenmerk nur auf das "Böse" gerichtet zu haben, auf die einzelnen Chargen, die monströse Gräueltaten begangen haben, nicht aber auf das System der Apartheid und dessen Drahtzieher und Planer, die Justiz, Medien und Konzerne. Während Eckert Alexander in dieser Kritik noch folgen mag, kann er dessen Angst gar nicht verstehen, Südafrika könne sich zu einem "normalen bourgeoisen demokratischen Gemeinwesen" entwickeln.

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