Aus dem Englischen von Claudia Feldmann. Huʾoʾng wächst bei ihrer Großmutter auf, mitten im vom Krieg gebeutelten Hanoi der frühen 1970er Jahre. Der Vater ist auf den Schlachtfeldern verschollen, ihre Mutter folgte ihm in der Hoffnung, ihn zu finden. Und die Großmutter erzählt Huʾoʾng an den vielen langen Abenden die Geschichte ihrer Familie, eine Geschichte, die in Frieden und Wohlstand ihren Anfang nimmt, aber im Zuge fremder Besatzung, Landreform und Krieg eine Geschichte von Vertreibung, Flucht und unsäglichem Leid wurde. Doch die Frauen ihrer Familie sind stark und entschlossen, dem Schicksal eine lebenswerte Zukunft abzutrotzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021
Rezensentin Christiane Lutz rät zur Lektüre dieses Buches, wenngleich sie eine erhebliche Einschränkung macht. Das Thema, das die vietnamesische Autorin Nguyen Phan Que Mai anpackt, ist wichtig, versichert die Kritikerin: Erzählt wird die Geschichte Vietnams, beginnend am Ende des Zweiten Weltkriegs über die Teilung des Landes und die Landreform bis hin zum Vietnamkrieg, dabei die teils grausamen Schicksale einer Familie während jener Jahrzehnte beleuchtend, resümiert Lutz. Gerade die "dramatischen Auswirkungen" der Landreform galten in Vietnam lange als Tabu, weiß die Kritikerin. Umso bedeutender scheint ihr, wie eindringlich die Autorin davon berichtet. Mit der Sprache des Romans hat Lutz allerdings große Probleme: "Kitschige" und "mystisch-schwärmerische" Passagen treffen auf Dialoge, die wie "nachrichtliche Zusammenfassungen", seufzt die Rezensentin.
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