Aus dem Englischen von Jan-Erik Strasser. Angesichts von Klimawandel und Pandemien wächst global das Bewusstsein, dass die Welt, wie wir sie kennen, womöglich nicht ewig währt - dass die Lebenserwartung der menschlichen Zivilisation als ganzer maßgeblich von unserem Handeln abhängt. Unsere Welt ist verwundbar, ja, es sind sogar Szenarien der vollständigen Selbstzerstörung denkbar, sofern keine geeigneten Maßnahmen zu ihrer Stabilisierung ergriffen werden. Dies ist die Hypothese, die Nick Bostrom in einem Text aufstellt, der nun erstmals in deutscher Übersetzung erscheint. Bostrom geht davon aus, dass die technologische Entwicklung unweigerlich auf einen Punkt zusteuert, an dem es kritisch wird. Historisch gesehen, war das schon einmal fast der Fall, wie er mit einem atemberaubenden Gedankenexperiment illustriert, das in der Zeit des Kalten Krieges spielt. Dann entwickelt er einige nur allzu plausible Szenarien, die den Untergang der menschlichen Zivilisation mit großer Wahrscheinlichkeit herbeiführen würden - es sei denn, wir treffen rechtzeitig Gegenmaßnahmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2020
Rezensent Nicolas Freund hält die Thesen des Philosophen Nick Bostrom für gefährlich. Dass der Autor und schwärmerischen Transhumanist den Menschen als Maschine imaginiert und damit ein mechanistisches Weltbild fortspinnt, das keinen freien Willen kennt, ist das eine. Etwas anderes, viel Bedenklicheres sind für Freund die Folgerungen, die der Autor daraus zieht. Um der Bedrohung des Menschen durch den Menschen zu begegnen, empfiehlt Bostrom laut Freund nämlich die Totalüberwachung. Die Warnung vor der Technologie ist hier also mit der Forderung der Abschaffung des Menschen verbunden, stellt der Rezensent fest.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.08.2020
Arno Orzessek folgt dem Apokalyptiker Nick Bostrom nicht bis zum bitteren Ende. Die Gefahr, dass sich der Mensch durch Technik einses Tages selbst auslöscht, setzt ihm der Autor zunächst durchaus nachvollziehbar auseinander. Dass der Autor vor allem zum Mitdenken anregen will, gefällt Orzessek gut. Etwas kühl und abstrakt scheint ihm dagegen Bostroms Orientierung an Methoden formaler Erkenntnistheorie. Mehr Realgeschichte und Gegenwartsbezug hätten das Buch weniger unerbittlich und kommensurabler gemacht, meint er.
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