Leben und Werk des Journalisten und Publizisten Peter Jochen Winters sind eng mit zwei Kernfragen der Nachkriegszeit verbunden: der Aufarbeitung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und der Auseinandersetzung mit der DDR. Das NS-Regime erlebte er als Kind. Für seine Berichterstattung über den Frankfurter Auschwitzprozess (1963-1965) erhielt der junge Redakteur der Wochenzeitung Christ und Welt den Deutschen Journalistenpreis. Den SED-Staat lernte er Jahre später als dort akkreditierter Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kennen. Er schrieb nicht nur über Missstände, sondern stand Bedrängten zur Seite und half Schriftstellern und Künstlern, ihre Schicksale und Werke im Westen publik zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2017
Frank Bösch bedauert, dass Nicole Glocke es versäumt, für ihre Würdigung des FAZ- und "Christ und Welt"-Journalisten Peter Jochen Winters kritisch umfassende Quellen auszuwerten. Die Auseinandersetzung mit dem streitbaren Ost-West-Vermittler Winters hält er grundsätzlich für lohnend. Dass die Autorin in ihre Biografie kaum kritische Distanz einzieht und auf Bewertungen verzichtet, findet Bösch schade. Der Band ist für ihn eher eine Art Auftragsarbeit mit persönlichen Gesprächen als Hauptquelle. Das Besondere von Winters Wirken als Berichterstatter in Ost-Berlin oder beim Auschwitz-Prozess bleibt dem Rezensenten aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten etwas unklar.
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