Aus dem Griechischen von Argyris Sfountouris. Thessaloniki 1943. Am 8. Februar werden die Nürnberger Rassengesetze von 1935 auch im besetzten Griechenland in Kraft gesetzt. Bereits am 25. Februar beginnt die Deportation von Juden in die Arbeits- und Vernichtungslager. In 18 Transporten werden mehr als 45 000 Juden verschleppt, von denen kaum 1000 zurückkehren. Eine von ihnen ist Edda, die zentrale Figur dieser authentischen Geschichte. Ihre zweijährige Tochter Reina konnte sie rechtzeitig einem katholischen Kloster anvertrauen, wo diese als Gilberta den Krieg überlebt. Jahrzehnte später, nach dem Tod der Eltern, erzählt sie der Athener Autorin Nina Nahmia die Geschichte ihrer Familie. Die arglose Zeit vor dem einschneidenden Ereignis und ihre Jugend danach mit der gezeichneten Mutter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2010
Das bewegende Schicksal einer jüdischen Familie aus Thessaloniki zur Zeit der nationalsozialistischen Besatzung Griechenlands hat Christiane Schlötzer in diesem Buch der Athener Autorin Nahmia verfolgt, das die Geschichte der Reina Gilberta erzählt, die als Baby von ihren jüdischen Eltern bei katholischen Klosterschwestern versteckt wird. In einer laut Schlötzer "zarten, behutsamen Sprache" berichtet Nahmia von den Schicksalen der Mutter Edda, die Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte, und des zu den Partisanen übergelaufenen Vaters Alberto, die sich nach dem Krieg wiederfinden und die Familie wieder zusammenführen. Als Hauptthema des Buches beschreibt die Rezensentin "den Verlust des Vertrauens" in ein gewöhnliches Leben, mit dem die Hauptfiguren fertig werden müssen, und auch das gesamte Ausmaß des Schreckens der Judenvernichtung und der nationalsozialistischen Besatzung Griechenlands wurden der Rezensentin noch einmal eindrücklich vor Augen geführt.
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