Beruhend auf einer wahren Geschichte stellt die erfolgreiche Theaterautorin Nino Haratischwili in ihrem ersten Roman die Frage nach Authentizität. Das Buch "Die Eiszeit" von Jeanne Sare wird in den Siebziger Jahren ein großer Verkaufserfolg, vor allem in feministischen Kreisen. Das hasserfüllte Buch der jugendlichen Selbstmörderin Sare animiert mehrere Leserinnen zum Suizid. Nun, in der Jetztzeit, macht sich eine Kunstwissenschaftlerin in Paris auf die Suche nach Sare. Was hat der Verleger des Buches, ein frauenhassender älterer Herr mit Sare zu tun? Wer war Jeanne Sare eigentlich? Warum gibt es keine Zeugnisse? Und wie konnte das Buch derart wirken?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2010
Nicht wirklich glücklich scheint Rezensentin Cara Wuchold mit Nino Haratischwilis Roman "Juja". Wie sie berichtet, greift die Autorin den Mythos um die Autorin Danielle Sarrera auf, hinter der sich angeblich eine 17-jährige schreibende Ausreißerin verbarg, die nach ihrem Suizid von feministischen Kreisen zur Ikone erklärt wurde. Besagte Danielle Sarrera heißt in "Juja" Jeanne Sare. Die Autorin wirft laut Wuchold die Frage auf, wer diese Jeanne Sare sei, deren Text "Eiszeit" eine Reihe von jungen Frauen, die an der Welt leiden, zum Suzid bewegt. Die Rezensentin erkennt an, dass sich die Autorin "bemüht", das "Leiden an der Welt facettenreich zu beleuchten". Allerdings scheinen ihr die geschilderten Lebensumstände allein keine Todessehnsucht zu rechtfertigen. Zudem gelingt es der Autorin in ihren Augen nicht, mit den Einblicken in die Gedankenwelten der Figuren deren Verzweiflung zu vermitteln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.08.2010
Aha, ein Frauenbuch. Jedenfalls schicken rosa Einband, lila Schrift und allerhand unglückliche Frauenfiguren im Debütroman von Nino Haratischwili die Rezensentin auf diese Fährte. Tief im Innern des Buches aber geht es dann doch um so hartgesottene Fragen, findet Grete Götze heraus: Was ist ein Autor, was eine authentische Geschichte? Oder doch nicht ganz? Laut Götze spielt die junge Autorin nur mit diesen Fragen und schreibt ansonsten ein Buch über die Liebe, über Paris, das Cafe de Flore und den Montmartre und entwirft ein riesiges Panoptikum von Figuren mit je eigener Sprache. Der direkte Draht der Autorin zur Sprache überrascht die Rezensentin weniger, schließlich kommt Haratischwili vom Theater. Als intensive Melange aus kriminalistischen, autobiografischen und mythologischen Elementen überzeugt sie dieses Debüt auf jeden Fall.
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