Asja Bakic

Leckermäulchen

Erzählungen
Cover: Leckermäulchen
Verbrecher Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783957326096
Gebunden, 200 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. In elf Erzählungen schreibt Asja Bakić über verschiedene mehr oder weniger dystopische Welten. So begegnet uns eine Künstliche Intelligenz, die auf sexuelle Befriedigung von Frauen spezialisiert ist und darüber hinwegtrösten soll, dass es keine Männer mehr gibt. Auf einer Jugendfreizeit wird Menstruation zum Splatter-Element einer Horrorgeschichte. Genderfluidität, Klimawandel, Zeitreisen, Unterwelten, Außerirdische - der Einfallsreichtum der Autorin ist grenzenlos wie ihre Liebe zu sämtlichen Spielarten des Absurden. Wie bereits in "Mars" setzt Asja Bakić in ihren Erzählungen Frauen in den Mittelpunkt, die um ihr Leben kämpfen, die eigene Bedeutung in der Welt suchen oder schonungslos ihre Begierden ausleben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2025

Rezensent Nico Bleutge hat einen neuen Erzählband der bosnischen Autorin Asja Bakic vor sich, in dem die Dinarische Primel gewissermaßen als "Wappenpflanze" fungiert: Schönheit, der auf karstigem Boden gedeiht. Auch in den Erzählungen ist die Ausgangssituation zumeist von "dystopischen Szenerien" geprägt, so Bleutge: eine Schriftstellerin wird mit einem Schreibstipendium auf eine Raumstation geschickt, wo sie möglichst viele Werbeslogans in ihre Texte einbauen soll. In einer anderen Geschichte sind alle Männer an Syphilis gestorben und die Frauen sollen sexuelle Befriedigung nun im Digitalen finden. Immer wieder kippen die Geschichten ins Surreale. Auch auf Identitäten ist kein Verlass. Das ist manchmal sehr abstrakt, manchmal sogar klamaukhaft, meint Bleutge, den Bakics Glaube an die Literatur dennoch beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 13.03.2025

Angeregt liest sich Rezensentin Olga Hochweis durch Asja Bakićs Erzählband, der in seinen elf "erotischen Horrorgeschichten" durchweg weibliche Figuren ins Zentrum stellt. Was diese Frauen in erotischer Hinsicht und auch sonst umtreibt ist durchaus unterschiedlich, stellt Hochweis klar, aber durchweg sind sie selbstbewusst und auch anarchisch unterwegs. So liest die Kritikerin etwa die Geschichte einer 16-jährigen, die an einem Ferienlager teilnimmt, in dem die Mädchen bald so viel Menstruationsblut verlieren, dass sie Bluttransfusionen brauchen. Auch um sexuelle Krisen in einer polyamoren Beziehung geht es in einer der Geschichten, in einer anderen greift die Autorin auf Goethes Lotte aus "Werther" zurück, wie sie überhaupt oft Literaturgeschichte zitiert, von de Sade bis Kafka. An dem Mix aus Dystopie, Groteske und intertextuellen Referenzen hat die Kritikerin in jedem Fall ihren Spaß.

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