Nora Iuga

Die Sechzigjährige und der junge Mann

Roman
Cover: Die Sechzigjährige und der junge Mann
Matthes und Seitz, Berlin 2010
ISBN 9783882215328
Gebunden, 192 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

Aus dem Rumänischen von Eva Ruth Wemme. Eine gestandene Schriftstellerin, unschwer als Alter ego Nora Iugas zu erkennen, lässt ihr Leben, ihre Lieben, ihre Freundschaften, politische Ereignisse und individuelle Tragödien in einem endlosen Fluss der Selbstbefragung und Erinnerungen Revue passieren. Sie vergewissert sich der Regungen ihres Körpers und lauscht dem Ruf ihres Instinkts. Ihr Gegenüber ist ein jüngerer Mann, dessen verführerischer, geheimnisvoller grüner Blick sie mal zu gewagten Eingeständnissen bewegt, mal zutiefst verunsichert und lähmt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2011

Sehr angetan zeigt sich Rezensent Harald Hartung von Nora Iugas autobiografischen Roman über Rumänien. Der Titel "Die Sechzigjährige und der junge Mann" führt ein wenig auf eine falsche Fährte, verrät Hartung, denn um Sex im Alter geht es hier nicht. Dennoch findet er das Werk überaus pikant. Er attestiert der Autorin, die mit der Protagonistin Anna viel gemein hat, die "erotische und biografische Neugier" des Lesers in einer "vibrierenden Balance" zu halten. Allerdings sieht er in dem Buch weniger einen Roman als ein autobiografisch gefärbtes, fast dokumentarisch anmutendes Bild des kulturellen Lebens in Rumänien unter Ceausescu.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2011

Beatrice von Matt hat sich ganz in den Bann dieses rasanten Monologs einer schillernden, changierenden Erzählerstimme schlagen lassen, mit der die rumänische Lyrikerin und Prosaautorin Nora luga autobiografisch und sinnlich Leben und Schreiben reflektiert. Einem imaginierten jungen Mann gegenüber erinnert sich die Erzählerin in einer "furiosen Selbstrecherche", gibt sich in Gedanken ihren Sehnsüchten hin und inszeniert ihr Schreiben, sehr überzeugend, als einen erotischen Akt, grenzüberschreitend, intim und sehr körperlich, stellt die Rezensentin fasziniert fest. Dass der Roman überdies noch sehr gelungen ins Deutsche übersetzt ist, freut das Rezensentinnenherz besonders.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.08.2010

Der Stil der 80-jährigen Rumänin Nora Iuga erinnert den Rezensenten Rolf-Bernhard Essig an niemand geringeren als James Joyce: intelligent, assoziativ, erotisch. Iugas erster auf Deutsch erscheinender Roman erzählt vom Besuch eines jungen Schriftstellers bei seiner 60-jährigen Kollegin Anna. Sie, von der Autorin mit einigen Parallelen zu sich selbst ausgestattet, resümiert ihm gegenüber ihr Leben, ihre Wünsche und Träume. Besonders durch die gelungene Übersetzung von Eva Ruth Wemme und die ständig wechselnden Erzählpositionen gelinge die Darstellung von Annas vielschichtiger Persönlichkeit, so der Rezensent. Essig empfindet die Collage aus realen Ereignissen, Gedanken und zuweilen kitschigen Empfindungen als großen "Lesegewinn und Lesevergnügen" und empfiehlt damit diese "kraftvolle Lebensfeier" dringend weiter.

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