"Krick? Krack!" sagen die Märchenerzähler in Haiti, der zweiten Heimat von Hans Christoph Buch, die ihn zum Erzählen von Abenteuern und zum Abenteuer des Erzählens inspirieren. Sein "Romanbaukasten" ist Fortsetzung und Abschluss seiner autobiographischen Tetralogie und enthält Wunschbiographen von Ausonius, dem letzten lateinischen und ersten deutschen Dichter, der die Mosel besang, bis zu Monika Ertl, die den Mörder Che Guevaras erschoss. Geschichten, die tödlich enden, weil das Leben selbst sie schrieb. In diesem Sinn gedenkt H. C. Buch berühmter Vorläufer wie Alexander Selkirk, Vorbild von Defoes Robinson, und Hitlers Abwehrchef Canaris, der als Widerstandskämpfer im KZ starb. Auch literarische Zeitgenossen lässt er Revue passieren, allen voran Buch nahestehende Autoren, deren Karrieren er mit einem lachenden und einem weinenden Auge schildert, anknüpfend an die einfühlsamen Porträts in seinem hochgelobten Essayband "Tunnel über der Spree".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2021
Oliver Jungen empfiehlt Romanautoren das neue Buch von Hans Christoph Buch. So viel Abenteurertum war nie, und was ist schon die eigene armselige Biografie gegen die Monika Ertls oder des "Fliegers von Tsingtau"? Echte Draufgänger und Draufgängerinnen trifft Jungen in diesem Buch, das ihn in alle Erdteile und auch in Buchs eigene durchaus abenteuerliche Familiengeschichte führt, zuhauf, tollkühne Piloten, Robinsone, Urwaldkämpferinnen und "Literaten-Beamte" im alten China. Wie der Autor ihre Geschichte mit allerhand Bezügen zur Kunst und Kultur und der eigenen Biografie verbindet, erscheint Jungen selbst wie ein Abenteuer. Zumal Buchs Hyperrealismus ihn ahnen lässt, dass das nächste Abenteuer gar nicht so weit ist. Tröstlich findet der Rezensent.
Rezensent Marko Martin entdeckt Hans Christoph Buch eher zwischen den Zeilen all der abenteuerlichen Geschichten und Porträts in diesem Band. Wie der Autor von Schiffbrüchigen auf Pazifikinseln, kaiserlichen Admiralen oder auch Schriftstellerkollegen erzählt, pathos- und psychologiefrei, dafür komisch, souverän und mit einem Händchen für "literarische und lebensweltliche Verknüpfungen", findet der Rezensent allerdings höchst lesenswert.
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