Aus dem Spanischen von Raul Zelik. Wissen darüber, wie die Welt vor der freien Marktwirtschaft aussah und wie die ökonomische Logik nach und nach alle Lebensbereiche durchdrungen hat, entstammt immer auch der Lektüre fiktionaler Literatur. In seinem neuen Buch erkundet Rendueles seine persönliche Lesebiografie. Anhand von Klassikern wie "Robinson Crusoe" und Kultbüchern wie "American Psycho" zeichnet er nach, wie der Kapitalismus sich uns einverleibt hat. Doch zugleich kann in Büchern, das zeigt Rendueles etwa an Kleists "Michael Kohlhaas" und an Science-Fiction-Romanen, auch der Geist der Revolte und solidarischer Utopien stecken.
Klaus Bittermann bekommt mit César Rendueles' assoziativer Reise in das Herz des Kapitalismus zwar keine gesicherten Erkenntnisse oder pralle Thesen, dafür aber beschenkt ihn der spanische Soziologe mit autobiografischen Anekdoten und einer betont subjektiven Auswahl an literarischen Texten, in der er die Evolution des Kapitalismus sich widerspiegeln sieht. Aufschlussreich, spannend, gespickt mit Erkenntnislichtern und immer wieder Zusammenhänge erschließend, die den Kapitalismus diskreditieren, ist das Buch für Bittermann eine vielversprechende Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2018
Rezensent Sebastian Schoepp spitzt die Ohren, wenn der Vordenker von Podemos, der Philosoph und Soziologe Cesar Rendueles, fragt, wieso wir den Kapitalismus als Naturzustand begreifen. Zornig wie unterhaltsam findet Schoepp die Ausführungen des Autors, inspirierend scheint ihm, dass er nicht mit Zahlen argumentiert, sondern mit Weltliteratur von Defoe bis Kerouac, um unsere Entfremdung von unseren eigenen Bedürfnissen zu illustrieren oder den Ausnahmecharakter der Marktherrschaft zu erweisen. Dass der Autor ausgerechnet bei den Alternativen etwas dünn bleibt, findet Schoepp bedauerlich, zumal Rendueles mit seinen Hinweisen auf altmodische Formen der Solidarität laut Rezensent durchaus in die richtige Richtung weist.
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