Aus dem Inhalt: / Zersplitterte Gegenwart. Rolf Dieter Brinkmann - Unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass Mit Beiträgen u.a. von Rolf Dieter Brinkmann, Michael Töteberg und Frank Witzel / Wortpilot. Bilderkapitän. Jürgen Ploog. Im Flug über die Jahre - Unkontrolliertes Tagebuch 1964-2018 Mit Beiträgen u.a. von Roberto Di Bella, Rolf Dieter Brinkmann, Jürgen Ploog, Wolfgang Rüger und Johannes Ullmaier / Sprache in Bewegung. Cole Swensen Mit Beiträgen u.a. von Jürgen Brocan, den Brüdern von Limburg und Cole Swensen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2026
Neues vom "Literaturterroristen" Rolf Dieter Brinkmann kann Rezensent Willi Winkler in dem von Norbert Wehr herausgegebenen "Schreibheft" entdecken: So zum Beispiel einen brinkmanntypischen Text, Mitte der 1960er entstanden, in dem er schimpft, flucht, beleidigt, die dreckige Gegenwart aufzeigt und in einem "Ausrufezeichengewitter" zu Papier bringt, das auf den Kritiker fast selbstparodistisch wirkt. Frank Witzel betont laut Winkler in einem Beitrag, wie wichtig Brinkmann für sein Schreiben war, Karl Heinz Bohrer verteidigt die Aussage des gekränkten Dichters, er wolle die Kritiker "über den Haufen schießen." Auch hier ergibt sich für Winkler das Portät eines Wütenden, der sich aber auch selbst als Unverstandenen inszeniert, und dessen Gedichte er nach wie vor zu den besten ihrer Zeit zählt. Einordnen ließ Brinkmann sich nie: "Leckt mich mit Sozialismus", heißt es, ihm war stets "taumelig zu Mute".
Rezensent Helmut Böttiger wirft einen Blick in das aktuelle Schreibheft und stellt fest: Wie gewohnt klug konzipiert. Diesmal bietet das Heft außerdem eine kleine Sensation. Oder besser gleich zwei. Aus dem Nachlass gerettete unbekannte Texte von Rolf Dieter Brinkmann, etwa ein Romanfragment, dessen Auszüge Böttiger verschlingt, sowie frühe Erzählungen. Dazu ein Dossier über den fliegenden Schriftsteller Jürgen Ploog. Beide Autoren waren Solitäre der Literatur, Streiter für ihre Reästhetisierung, meint Böttiger begeistert.
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