Olga Tokarczuk

Übungen im Fremdsein

Essays und Reden
Cover: Übungen im Fremdsein
Kampa Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783311100751
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann, Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein. In diesen Essays und Reden zeichnet Olga Tokarczuk eine Karte ihrer vielfältigen Interessen und Inspirationen und gewährt uns Einblick in ihr schriftstellerisches Laboratorium. Wie baut sie ihre Geschichten auf? Welcher realistischen und phantastischen Motive bedient sie sich? Wie konstruiert sie ihre Figuren, die so unterschiedliche Gefühle bei den Lesern wecken? Jede dieser essayistischen Exkursionen zeigt uns aber auch ihr Bemühen, die Welt in ihrer unendlichen Komplexität zu begreifen und vermeintlich alltäglichen Dingen einen neuen Sinn zu verleihen. Und so ist dieses Buch eine Einladung, hinter die Kulissen des Werks der Literaturnobelpreisträgerin zu schauen, und zugleich eine große, faszinierende Erzählung über die Welt, in der wir leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.2021

Rezensent Jan Opielka findet Politisches in den Essays von Olga Tokarczuk eher unterschwellig. Vor allem drehen sich die hier versammelten Texte der Literaturnobelpreisträgerin laut Opielka um den literarischen Schöpfungsprozess, seine Quellen und seine imaginativen Räume, die die Autorin vor allem in einem Dazwischen entdeckt, wie der Rezensent erkennt. Für Opielka steigern diese Texte die Faszination an der Literatur ungemein, auch wenn der Ort der Literatur letztlich "unfassbar" und "uneindeutig" bleibt, wie der Rezensent feststellt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 01.11.2021

Rezensentin Sabine Adler erkennt in "Übungen im Fremdsein" Olga Tokarczuks Passion für das Fiktionale. In dem Buch sind Essays und Reden der 59-jährigen polnischen Literaturnobelpreisträgerin gesammelt, die von Themen wie der vergangenen Reiselust der Autorin aufgrund der erschwerten und unfairen Reisen von Geflohenen oder der Leidenschaft zum Schreiben und den dadurch geschaffenen Figuren handeln, erklärt Adler. Die Rezensentin erkennt mehrere Aufrufe der Autorin, aber vor allem den nach schriftstellerischer Individualität abseits des Mainstreams. Letztendlich stellt sich neben Tokarczuk auch Adler die Frage, ob das professionelle Schreiben erlernt werden kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2021

Rezensentin Martina Wagner-Egelhaaf erfährt Sprache als "Essbesteck" mit den Essays der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Was die Autorin in ihren Vorträgen, Reden und Essays vom Wandern an den Grenzen des Vertrauten berichtet, vom Reisen an sich, vom reisenden Lesen und vom lesenden Schreiben, aber auch vom Respekt vor dem Tierwesen scheint der Rezensentin zwar nicht unbedingt neu, durchaus anschlussfähig an die Debatten der Gegenwart, aber erhellend durch die Erschließung von Traditionslinien. Über das Vor- und das Nachleben von Romanfiguren weiß die Autorin Persönliches zu erzählen, über die Instrumentalisierung der Sprache durch die Politik Kritisches, so Wagner-Egelhaaf.
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