Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat ... Olivia Vieweg hat mit "Antoinette kehrt zurück" das Comic-Stipendium 2012 gewonnen, nun erscheint ihre Geschichte auch in Buchform.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2014
Laut und hart wird die junge Comic-Zeichnerin in diesem Buch, wenn ihre Heldin aus Los Angeles zurückkehrt in ihr Thüringer Heimatdorf, um Rache zu üben an erlittenem Leid, an Mitschülern und Neidern. Wie das aussieht, können wir nur erahnen, wenn Anna Mayrhauser über Olivia Viehweg anmerkt, bei ihr sehe die Plattenbausiedlung wie Western-Prärie aus, aschefarben und honigwarm. Das Cowgirl aus der ostdeutschen Provinz jedenfalls hat Mayrhauser ins Herz geschlossen, selbst als lauter, wilder Racheengel auf Vergeltungszug.
Zwei neue Comics befassen sich mit gemobbten Kindern und Jugendlichen, berichtet Margarete Stokowski und legt beide Veröffentlichungen zum Vergleich aneinander. Anders als Fanny Britt und Isabelle Arsenault in "Jane, der Fuchs und ich" schildert Olivia Vieweg in "Antoinette kehrt zurück" jedoch keine Verinnerlichung der erduldeten Schmerzen, sondern geradewegs deren Entladung - wenn auch um Jahre versetzt in einer wuchtigen Rachegeschichte, die die Rezensentin mitunter an Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" erinnert,in der ästhetischen Umsetzung aber auch an den Stil der Manga. Wie Fanny Britt und Isabelle Arsenault bietet zwar auch Olivia Vieweg in ihrem Comic keine Lösung an, doch nehmen beide Veröffentlichungen die Lebensrealität traumatisierter Kinder sehr ernst, schließt die Rezensentin ihre Besprechung.
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