Otfried Höffe (Hg.)

Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft

Cover:  Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft
Akademie Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783050043425
Kartoniert, 386 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

In der "Kritik der Urteilskraft" (1790) entwickelt Kant eine philosophische Ästhetik und eine Theorie der organischen Natur. Die beiden scheinbar heterogenen Gegenstandsbereiche sind durch das Prinzip der Urteilskraft, die Idee der Zweckmäßigkeit, verbunden, die der Mensch sowohl bei der Reflexion über die schönen Gegenstände der Natur und der Kunst als auch bei seiner Erforschung der organischen Natur zugrunde legt. Da sich alle Zwecke zuletzt auf den Endzweck des Menschen als moralisches Wesen beziehen, übersteigt die dritte "Kritik" schließlich die Bereiche von Kunst und Natur und berührt Fragen der Moralphilosophie und der Moraltheologie. Zusätzlich entdeckt Kant im subjektiven Vermögen der Urteilskraft jenes Bindeglied unter den menschlichen Gemütskräften, das einen architektonischen Übergang zwischen den Naturbegriffen des Verstandes in der ersten und dem Freiheitsbegriff der Vernunft in der zweiten "Kritik" ermöglicht, durch den sich die theoretische und die praktische Philosophie in einem einzigen philosophischen System vereinigen lassen. Der neueste Band der Reihe "Klassiker auslegen" gibt in Form eines kooperativen Kommentars in 20 Originalbeiträgen eine textnahe, fortlaufende Interpretation der "Kritik der Urteilskraft".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2008

Als "heterodoxen" Kant-Ausleger bezeichnet sich Otfried Höffe, Herausgeber dieses Kommentarbands zur "Kritik der Urteilskraft" selbst. Er tut das, findet der Rezensent Gustav Falke, durchaus zurecht. Nicht weil er auf dem zentralen Stellenwert der Zweckmäßigkeit in Kants Entwurf zur Stellung des Menschen im Kontext von Ästhetik und Biologie beharrt. Das bezweifelte kaum ein Kant-Kenner. Freilich gehe Höffe weit darüber hinaus: Er hält, was sonst kaum einer noch tut, die Idee, dass die Moral als der Endzweck der Welteinrichtung zu betrachten sei, für philosophisch ganz aktuell. Dies zu erfahren, ist dem Menschen, so Höffe, am Kunstwerk möglich. Und aus dieser Erfahrung folge der Auftrag, "dieser Anlage der Natur zur Wirklichkeit zu verhelfen". Explizit äußert sich Falke zu dieser "orthodoxen Häresie" nicht. Es ist seiner Kritik aber abzulesen, dass er der Konsequenz Höffes und seiner Mitarbeiter - bzw. Mitarbeiterinnen: Birgit Recki und Ina Goy werden namentlich genannt -  den Respekt keinesfalls versagen will.
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