Dieses Buch ist eine Grundlegung der hermeneutischen Philosophie, in der Interpretation und Verstehen neu bestimmt werden. Das Interpretieren erweist sich dabei als originärer Bezug auf eine Sache; es ist auf etwas bezogen, das entgegensteht und herausfordert. Das Gegenständliche steht im Zentrum der hermeneutischen Philosophie. Deshalb wendet sich diese auch gegen die in der Moderne verbreitete Kritik der 'Vergegenständlichung'. Der Autor zeigt, daß sich in der hermeneutischen Erfahrung des Interpretierens nur intensiviert, was für das menschliche Leben allgemein gilt: Das Leben ist durch einen die Lebensvollzüge tragenden Sachbezug bestimmt. Dieser Sachbezug ist möglich in einer Welt mit hermeneutischen Dimensionen. Als solche phänomenologisch aufgewiesene werden Freiheit, Sprache und Zeit phänomenologisch erörtert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2007
Beeindruckt zeigt sich Rezensent Ralf Konersmann von Günter Figal Neubestimmung des Hermeneutischen als Inbegriff des Gegenständlichen. Der Autor folgt seines Erachtens der klassisch-hermeneutischen Problembestimmung, ohne deren Lösung zu übernehmen. Gegen Gadamer, der die Interpretation vom Lesen her denkt, rücke Figal die Eigenständigkeit, ja Gegenständlichkeit der Texte ins Zentrum. Konersmann spricht in diesem Zusammenhang von einer Rehabilitierung der Dingwelt. Die Dinge, zitiert er den Autor, "stehen ihrem Wesen nach für sich; nur deshalb können sie angeeignet werden". Er würdigt Figals Abhandlung als "überaus dicht und diszipliniert geschrieben" und attestiert ihr "beträchtlichen Provokationspotentiale". In der Kritik sieht er neben den nur noch "Konstrukte" kennenden Kulturwissenschaften, die klassische Hermeneutik und schließlich die neuere Philosophie. Überzeugt hat ihn insbesondere Figals Grundthese, nur eine theoretisch orientierte Philosophie vermöge angemessen und ohne sachfremde Reduktionismen die Dingwelt in ihrem Eigenrecht erschließen.
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