Aus dem Ungarischen von György Buda und Geza Dereky. Tolnais Erzählungen umkreisen das Phänomen der Wahrnehmung: Minutiös spürt er dabei dem untergründigen Kapillarsystem der Sprache nach, das unsere verschiedenen Wahrnehmungen, Erinnerungen, Träume, Erlebtes, Gesehenes und Fiktives verbindet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2002
Ilma Rakusa meint, dass es nicht zuletzt an Tolnais "schwer übersetzbarer Diktion" liegt, dass der in Ungarn sehr bekannte Schriftsteller erst jetzt mit diesem Erzählungen auf Deutsch zu lesen ist. Sie preist die "Nachdichtung" der beiden Übersetzer und ist überhaupt von den 4 Erzählungen hingerissen, deren drastische "Anti-Idyllen" sie an Herta Müller erinnern. Die Rezensentin lobt die Authentizität der Geschichten, wobei sie betont, dass die Schilderungen bei allem alltäglichen Schrecken, deren "Archaik ans Gewalttätige grenzt", einen "Rest Poesie" nicht verbergen können.
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